Dienstag, 29. März 2016

Eisskulpturen im Park (28.12.2010)

Es ist eine Tradition, die schon fast selbstverständlich ist in einem Land mit vielen Monaten tiefsten Winters: Eisskulpturen. Aber nicht wie unsere Schneemänner, sondern professionell gebaut, von innen beleuchtet, mit Musik, und auf dem Hauptplatz der Stadt ausgestellt:





Viele, viele Kinder nutzten die Skulpturen zum Spielen und Rutschen; einige brachten Schlitten und andere Rutsch-Utensilien mit. 

Väterchen Frost einmal wörtlich genommen ;-)

Und so sah es am Abend aus:


Ein vorgezogenes Weihnachten (24.12.2010)

Gestern noch fleißig Plätzchen gebacken (die Katze hat geholfen), heute Trauben mit Schokolade überzogen: Damit konnte Weihnachten geschlemmt werden. Wie, sagt ihr, Weihnachten ist erst in Russland erst am 7. Januar? Wie kann das denn sein?




Russland nutzt zwar jetzt den gleichen Kalender wie wir, nämlich den Gregorianischen, aber die religiösen Feste werden noch nach dem älteren, Julianischen Kalender gefeiert, der erst nach der Oktoberrevolution abgeschafft wurde (die tatsächlich erst im November 1917 begann).
Die verschiedenen Kalendersysteme werden im Sterngeschichten-Podcast super erklärt.


Noch eben mit der Familie geskypt während um mich herum schon wieder gefeiert und gelacht wurde; alle winkten mal in die Kamera und keiner verstand ein Wort. Außer Zina, die hatte in der Uni Deutsch gelernt.

Wir luden alles in Farins Auto, quetschten und zu fünft hinein und fuhren zu Stasyas Krankenhaus zum Feier. Es war eiskalt ohne richtige Heizung, wir hatten nur einen kleinen elektrischen Heizer aus dem Zimmerchen, in dem Stasya normalerweise schlief; es reichte definitiv nicht, einen großen Raum zu erwärmen. Wir trugen unsere Winterjacken und Mützen; die Decken, die Nähe der Anderen und der Alkohol konnten kaum dafür sorgen, dass es gemütlich wurde. Trotzdem waren sehr viele Bekannte gekommen, mehr als sonst: Sogar Miguel aus meinem Wohnheim war dabei. War er ein Bekannter von Stasya aus dem Spanischunterricht? Ich glaube, ja.

Farin hatten den Schwibbbogen fertiggestellt, schön lackiert und passende Kerzen dafür gefunden.

 Das kleine Räucherhäuschen aus meiner Grundschulzeit war mit in der Post gewesen.


Die Lebkuchenherzen waren im Paket meiner Oma gewesen; auch meine Eltern hatten mir ein Paket geschickt mit Salami (die leckere mit dem Käserand) und feinen, geräuchterten Schinken am Stück. Ein Wunder, dass das durch den Zoll kam! Jeder konnte ein Stück probieren - so etwas in der Art gab es hier höchstens in den großen Supermärkten (genannt Hypermarkt - Гипермаркет) für eine Stange Geld in der Import-Abteilung.

In den Glühwein kam alles hinein, was da war - wir nannten es Glüh-Bowle - und die erwärmten wir in einem Topf auf einer elektrischen Herdplatte.


Wir vertrauten Stasya mit der Bowle... größtenteils.

Die Besucher, die mit dem Auto kamen, stellten schnell fest, dass es keine besonders gute Idee gewesen war:


Farin war ganz in den deutschen Weihnachtstraditionen aufgegangen und hatte mir sogar ein Geschenk gekauft: Einen warmen Weihnachtspullover aus Hasenhaar...


Der Abend wurde immer länger und schließlich war nur noch der harte Kern am Feiern, für den es dann zu spät wurde, nach Hause zu gehen (falls Gehen überhaupt noch eine Option war). Wir machten es uns also entgegen aller Umstände gemütlich, und so gelang es uns, die Nacht in Stasyas Krankenhaus zu verbringen.






Farin, viel zu fröhlich am nächsten Morgen.
Dima zeigte die menschlichere Reaktion und blieb einfach liegen (bis er pünktlich vor dem Schichtwechsel um 6:30 rausgeschmissen wurde).




Ein improvisierter Kühl"schrank" (23.12.2010)


Die Tüten am Fenster sind nicht etwa Vogelfutter, sondern ein improvisierter Kühlschrank. Diese Methode habe ich schon bei Bekannter von mir in einem kroatischen Studentenwohnheim gesehen, in dem es keine Kühlschränke in den Zimmern gab. Solange das Wetter sehr kalt ist und die Sonne nicht direkt darauf scheint, ist das die optimale Lösung zur stromsparenden Lagerung von verderblichen Lebensmitteln.