4.7.
Farin weckte mich so spät wie es für ihn noch vertretbar war, denn anders als ich fauler Student hatte er auch am Wochenende Dinge zu erledigen, die er unter der Woche nicht schaffte.
Ich kroch viel mehr aus dem Bett wie eine Made aus einem Apfel, als dass ich aufstand. Farin wirkte putzmunter und hatte bereit Pelmeni zum Frühstück gekocht, aber allein der Geruch ließ den Cognac wieder hochkommen. Ich konnte mich kaum zu einem Stück Tomate zwingen lassen und schlief auf dem gemütlichen Sessel am Frühstückstisch kurz ein, woraufhin mich Farin wachrüttelte. Ich sah ihn böse an, vielleicht auch verschlafen, jedenfalls schaffte er es irgendwie, mich nach unten zu bringen, ins Auto zu setzen und fuhr vorsichtig durch die Schlaglöcherpiste seines Wohngebiets, nachdem ich mich beim ersten Loch beschwert hatte, dass mir der nicht vorhandene Mageninhalt wieder hochkäme.
Er brachte mich ins Zentrum und musste gleich weiter fahren um seinen Cousin treffen, um dann im Garten zu arbeiten um einen Zaun zu bauen.
Zurück im Wohnheim ließ ich mich aufs Bett plumpsen. Es drehte sich. Mein Handy vibrierte, eine SMS von Roman. Mit dem gemeinsamen Schwimmen würde es wohl nichts werden, stellten wir fest; seine Freunde hatten das gleiche Problem wie ich. Aber ein Andermal bestimmt, versicherte ich ihm. Ich wahr ganz froh, erstmal eine Runde Schlaf zu bekommen, denn ich musste noch früh genug aus dem Haus die Schüler vom Lyzeum 22 wollten sich um 16 Uhr mit mir treffen, erinnerte mich die Kalenderfunktion in meinem Handy, die mir das Gedächtnis ersetzte.
Im Halbschlaf wälzte ich mich noch eine Weile hin und her, schaute dann wie ein Zombie einen Film an und machte mich schließlich auf den Weg in die Stadt, nachdem ich so den halben Tag durchgebracht hatte. Ich hatte keine Ahnung, wie ich alternativ zur Schule Nummer 22 kam und wie lange ich brauchte, wenn ich nicht den Bus Nummer 14 nahm, überlegte ich mir, als ich bereits zwanzig Minuten lang vergeblich wartend an der Bushaltestelle gestanden hatte. Ich hatte das Fahrplansystem noch nicht ganz durchschaut, obwohl ich es lange studiert hatte, denn man konnte es praktisch nicht beweisen, da kein Bus nach einem Fahrplan fuhr, aber mittlerweile hatte sich mein Verdacht erhärtet, dass 6 - 12 in der Spalte 8 - 14 hieß, dass der Bus zwischen 8 und 14 Uhr im 6 bis 12 Minuten-Takt kam, und dass in der Spalte 14 - 16 das Wort "pereryw" hieß, dass er nicht fuhr.
Ich wusste, dass ich ins Zentrum fahren und in eine andere Trolleybus-Linie umsteigen konnte aber nicht welche. Ich hatte eine verwischte Erinnerung, dass die Linien 1, 4 und 7 an der Schule vorbeifuhren, aber dann fiel mir ein, dass diese Nummern den Straßenbahnlinien entsprachen, die an meinem Wohnheim vorbeifuhren und dass ich es möglicherweise verwechselte hatte. Um sicher zu gehen schrieb ich dem einzigen Schüler, dessen Handynummer ich hatte, eine SMS und fragte nach. Zurück kam eine Antwort in sehr niedlichem Deutsch, in der er die Trolleybusse als "Trolebusen" bezeichnete. Darunter konnte ich mir auch so einiges vorstellen. Aber es waren tatsächlich die Linien 1, 4 und 7. Nur die Fahrtrichtung hatte ich auch nach mehreren Anfragen nicht herausfinden können, aber auch da hatte ich eine weitere verwischte Erinnerung, nämlich dass ich einmal mit Sina vom Zentrum aus in diese Richtung im Trolleybus unterwegs gewesen war, und an der Haltestelle "Dimitrova" vorbeigefahren war. An der stieg ich dann auch aus und stellte fest, dass ich einen Stop früher hätte aussteigen können um direkt vor der Schule anzukommen. Irgendwie war mir die Gegend auch vertraut gewesen - aber das hieß gar nichts, denn jede Gegend sah in Izhevsk gleich aus.
Als ich wohlgemerkt pünktlich ankam, wartete schon ein Großteil der Klasse auf mich, und die restlichen Schüler trudelten etwas später ein und entschuldigten sich dafür. Ihrer Lehrerin hatte es ihnen gut eingeimpft, wenn sie ihnen bei jeder Gelegenheit von der deutschen Ordnungsliebe und Pünktlichkeit predigte. Jeder ankommende neue Schüler sprach von der russischen Unpünktlichkeit, aber ich schüttelte lachend dem Kopf und zeigte ihnen meine Uhr: Sie waren nur 3 und 4 Minuten zu spät. Dann erzählte ich ihnen vom akademischen Viertel, und dass man es in Deutschland längst nicht mehr so verbissen sieht. Sie sahen mich ganz erstaunt an.
Als dann alle versammelt waren - bis auf Sascha, mit dem ich vorhin SMS geschrieben hatte; er hatte angenommen, dass wir uns alle erst um fünf träfen als wir also alle versammelt waren, schauten sie mich verschmitzt an und eines der Mädchen überreichte mir eine CD: Ein Geschenk von allen Schülern der Klasse. Es war eine komplette Albensammlung auf einer MP3-CD der Petersburger Gruppe Splin; es erstaunte mich fast so sehr wie die Tatsache, dass die Schüler sich daran erinnert hatten, dass es meine aktuelle Lieblingsgruppe war.
Diese Art von MP3-CD war in Russland sehr verbreitet; statt sich umständlich alle Alben einzeln kaufen zu müssen, wurden alle Alben einer Gruppe auf eine CD gepresst und hinter dem Rücken der Musikindustrie verkauft. Ich war auch im Zweifel, ob der deutsche Zoll so etwas durchgehen ließ. Aber ich freute mich über das Geschenk. Nun stellte sich nur noch die Frage was sollte ich mit 20 Schülern ohne Lehrerin anfangen? Ich schlug also vor, Eis essen zu gehen.
Alle waren sich einig, wo es das beste Eis der Stadt gab. Wir spazieren zu einem Eiscafé in der Nähe des Präsidentenpalasts, während es um mich herum regelrecht schwirrte, da immer vier Schülerinnen gleichzeitig sprachen - von und hier und da kamen Fragen, Namen, Fakten, bis ich ganz verwirrt war. Doch ich merkte: Hier wollte wirklich Deutsch gelernt werden.
Auf dem Weg zeigten sie mir noch eine besondere Touristen-Attraktion: Ein Entführungsverbotsschild für außerirdische Raumfahrzeuge.
Sie erklärten mir dann, dass es eigentlich eine Werbung für einen Club namens Jungfrau war, aber ich ahnte die Wahrheit: Dies war der Ort, an dem Russen von Außerirdischen entführt werden wollten, denn der russische Verstand tickt ein wenig anders als der des Durchschnittseuropäers: Wenn etwas strengstens verboten war, hieß das übersetzt in den russischen Alltag, dass man sich nicht dabei erwischen lassen sollte, und bei einem gewissen Prozentsatz der Russen löste ein Verbot eine Art Schalter im Hirn aus, der dafür sorgt, dass sie genau das machen, was verboten ist eben weil es verboten ist. Und so denken sie sicher, wenn hier das Entführen von Menschen verboten ist, werden bestimmt immer einige fliegende Untertassen um dieses Schild kreuzen und nach potentiellen Entführungsopfern spähen.
Am Präsidentenpalast gab es zwei Eiscafés: Ein Jugendcafé und ein Kindercafé. Wir entschieden uns alle einstimmig für das Jugendcafé, stellten aber fest, dass es geschlossen hatte, und gingen doch ins Kindercafé. Dort wurde gerade eine Geburtstagsparty vorbereitet, aber wir fanden noch genug freie Stühle und Tische zum Zusammenschieben, sodass wir alle gemeinsam sitzen konnten. Ein Eis kostete 45 Rubel, also etwas mehr als einen Euro für 100 Gramm; das hatte ich schon billiger gesehen; einige Schüler hatten kein Geld, da wollte ich gerne etwas ausgeben, aber das wollte niemand. Stattdessen legten alle zusammen, jeder, der Geld hatte, gab 20 Rubel dazu. Dieser Klassenzusammenhalt gefiel mir richtig gut. Sascha kam jetzt auch und entschuldigte sich. Er setzte sich zu den anderen beiden Jungs, die auch nicht so gerne deutsch sprachen, während sich die Mädchen um mich gescharrt hatten und wieder auf mich einredeten. Ich löffelte mein Eis mit den bunten Streuseln, aber mein Magen fühlte sich noch arg fusselig an.
Die Mädels wollten mich anschließend noch mit Spezialitäten füttern: Mit Piroggen und anderen gefüllten Teigtaschen, oder mit einer ganz besonderen Leckerei: Purem Zitronensaft. Ich lehnte dankend ab - ja, ein anderes Mal ganz sicher. Eins der Mädels war regelrecht süchtig danach geworden und bestellte sich immer wieder ein Gläschen. Ich wunderte mich, ob da noch etwas drin war, von dem sie mir nicht erzählte.
Nach dem Essen wollten die Hälfte der Kinder Mafia spielen, das beliebte russische Spiel, bei dem man erraten musste, wer der Böse war, aber die andere Hälfte wollte lieber in den Park gehen und Krokodil spielen die Russische Variante von Scharade. Ich sah unauffällig auf die Uhr; ich wollte Dima und Nastya nicht versetzen, obwohl wir uns nur lose für den Abend verabredet hatten, also schrieb ich ihnen eine SMS, ich sei noch bei meinen Kids, und was sie gerade machten, und wann wir uns treffen wollten. Sie hatten noch keine konkreten Pläne, wollten am Abend vielleicht noch mit mir zum sonntäglichen Sound Of Summer, bei dem wie immer Sina auftrat, und bei dem wir immer die halbe Stadt antrafen.
Sie schrieben zurück, sie wollten mich im Zentrum treffen. So konnte ich einmal alles unter einen Hut bringen, gesellte mich zu meinen Kids in den Park und beobachtete sie beim Spielen, das sie aber partout nicht auf Deutsch machen wollten. Punkt 18:15 entschuldigte ich mich, ich sei verabredet, aber ich ließ mich für Mittwoch wieder zu einem erneuten Ausflug mit der Klasse buchen, als sich zumindest einige der Mädels ganz enttäuscht über mein Gehen zeigten.
Ich lief vom Park zum Theater und daran vorbei, die Treppen hinunter zur Straßenbahnhaltestelle. Ich hatte noch etwas Zeit und machte es mir auf dem Brückengeländer gemütlich. Bei jeder ankommenden Straßenbahn spähte ich von der Brücke hinunter, und musste doch zweimal hinschauen, als meine beiden alten Freunde schließlich auf mich zukamen. Sie hatten sich beide neue Frisuren schneiden lassen; Dima hatte sich nach langem Hin und Her gegen die langen Haare entschieden, und Nastya für eine Dauerwelle. Wie lange hatte ich sie nicht mehr gesehen - dass sie sich so verändern konnten, überlegte ich kurz, dann fielen wir uns in die Arme.
Wir wussten immer noch nicht so recht, was wir machen wollten, und so spazierten wird zum See hinunter. Dort lag eine Fähre vor Anker und ich dachte dran, dass uns die Auslandamtleute auf eine Rundfahrt eingeladen hatten, zu der es nie gekommen war, und höchstwahrscheinlich war es genau dieses Boot. Ich schlug den anderen vor, vielleicht wollten sie eine Runde Boot fahren, auf meine Einladung?
Sie sahen sich an, ja, warum nicht, aber sie hatten einen besseren Vorschlag: Sie wollten mich schon lange auf ihre Datscha einladen, die etwas außerhalb von Izhevsk lag, und warum sollten wir bei der Gelegenheit nicht mit Boot hinausfahren? Wir gingen zur Ticketstelle und studierten die Abfahrtszeiten; aus reiner Gewohnheit fotografierte ich sie auch gleich ab.
Nun war es Zeit Club Kwartira 18 gehen, denn Stasya rief schon ungeduldig an, wo wir denn blieben. Wir nahmen aber nicht den direkten Weg, sondern gingen an der ersten Fabrik der Stadt Izhevsk vorbei, die als Sehenswürdigkeit galt. Von dort aus wollten wir durch das Fabrikgelände zurück zum Zentrum gehen.
Die erste Fabrik war ein schönes rosafarbenes Gebäude im klassizistischen Stil, gestützt auf ebenmäßig Säulen und nach oben zulaufenden in einen Turm, dessen Fenster wie das Negativ der Säulen wirkten. Auf der obersten Spitze soll es eine goldene Figur gegeben haben, erzählte Nastya. Als das ganze Land in Aufruhr der kommunistischen Revolution war, hatte man schnell versucht, diese Figur in Sicherheit zu bringen und im nahen See versenkt. Niemand habe sie je finden können, erzählte Nastya weiter; selbst professionell ausgerüstete Schatzsucher hatten vor einigen Jahren den See abgesucht, ohne Erfolg. Vielleicht war es am Ende nur eine Legende.
Das Fabrikgelände dahinter wirkte sehr einsam in den Abendstunden, und sogar bedrohlich, als wildes Hundegebell aus der Richtung kam, in die wir gehen wollten. Es gab in Russland viele wilde Hunde, und Roman hatte mir wieder Gruselgeschichten darüber erzählt, dass sie angeblich Menschen angreifen würden, wenn sie besonders hungrig waren. Wir schlugen eine andere Richtung ein. Ein harmlos aussehender schmutzig-weißer Hund mit geflecktem Ohr tappte auf uns zu und folgte uns in einigem Abstand. Wir schlugen uns durch die Büsche und stießen auf Gleise; der Hund folgte uns weiterhin. Wir spazierten auf den mit kleinen Bäumchen zugewachsene und trotzdem noch benutzten Schienen entlang. Wir sahen wohl aus wie Landstreicher, und so konnte ich nicht widerstehen, als ich einen verrosteten Güterwagon offen auf einem der Gleise herumstehen sah, und kletterte hinein. Der Hund beobachtete mich hechelnd.
Dann plötzlich schlug die Stimmung um. Wildes Gebell startete unweit des Wagons. Ein schwarzes Hunderudel kam aus den Büschen auf uns zu, es war offenbar Familie. Die größeren Hunde fletschten aggressiv ihre Zähne und bellten heiser. Wir standen regungslos da. Am Ende stimmte es wirklich, dass sie Menschen angriffen. Wir versuchten harmlos zu wirken und an ihnen vorbeizugehen, aber einer der Hunde sprang auf uns zu und wir schreckten zurück. Doch selbst auf unserem Rückzug kamen die Hunde heiser bellend auf uns zu.
Dima versuchte uns den Rückzug zu ermöglichen, indem er aufstampfte und "tschau!" rief, aber davon ließen sie sich nur eine Sekunde lang beeindrucken, dann sprach einer der Hunde in einem Satz auf Dima zu, der zurückschreckte. Schließlich war es wieder Nastya, die uns durch ihr beherztes Auftreten aus der Situation rettete - wie schon beim Zusammentreffen mit dem Gopnik vor ein paar Wochen: Sie wirkte überzeugender beim Aufstampfen und den Zischgeräuschen, sodass die Hunde nur noch knurrend und bellend mit gesträubtem Fell dastanden, sich aber nicht rührten, als wir den Rückzug antraten.
Wir trauten uns erst erleichtert aufzuatmen, als wir gut 300 Meter entfernt waren und zurück an die Stelle kamen, an der wir die Gleise betreten hatten. Wir nahmen den gleichen Weg zurück zur Fabrik und zum See, froh, dieses Abendteuer überstanden zu haben.
Nun gingen wir direkt ins Zentrum und zum Club bei Detskij Mir. Die Tore, die den Hinterhof von der Straße abtrennten, waren geschlossen, aber ich war mittlerweile oft genug hier gewesen um den Weg zum Hof durch den Club zu kennen und führte die beiden hinein.
Stasya wartete schon ungeduldig auf uns. Sina und die anderen Bandmitglieder waren schon gegangen, wahrscheinlich Pizza essen, wie es eine Art Tradition nach ihren Auftritten war.
Stasya machte uns mit ihrem legendären Freund bekannt, von dem sie immer erzählt hatte, dessen Existenz ich mittlerweile schon beinahe angezweifelt hatte. Er studierte auf einem Konservatorium in einer Stadt einige hundert Kilometer von Izhevsk entfernt und war nun für ein paar Wochen nach Izhevsk gekommen, während Stasya ihn später im Sommer für ein paar Wochen besuchen kommen wollte. In Russland schienen Fernbeziehungen noch um einiges schwieriger zu sein als in Deutschland, selbst wenn es sich dabei fast um Nachbarstädte handelte.
Ich fand Andrey eher merkwürdig mit seinem Zopf, dem seltsam mäuseähnlichen Gesicht und dem Ausdruck eines Künstlers darauf. Stasya hatte sich in seiner Gegenwart tatsächlich verändert; sie war weniger laut und selbstbewusst, sondern eher ein Schoßhündchen, das so nahe wie möglich an seinem Herrchen bleiben wollte. Auf diese Weise konnte ich mir plötzlich Stasya auch als Hausfrau vorstellen - das war mir bisher undenkbar erschienen.
Wir machten es uns auf einem Sofa unter einem hohen Bierzelt bequem und hörten die letzte Gruppe spielen, die zu einer Jam Session aufrief, woraufhin ein Mädchen auf die Bühne ging und sich im Skat-Gesang versuchte, dabei aber nur relativ selten eine Note traf, die gerade passte.
Farin schrieb mir eine SMS; er wollte mich morgen auf seinem Moped zum Fluss mitnehmen. Ich war froh, dass ich eine Ausrede hatte, denn morgen wollten wir alle zusammen zu Dima und Nastya auf die Datscha fahren: Stasya, Andrey und ich.
Nach dem Konzert spazierten wir gemeinsam zurück in die Gegend, in der wir alle wohnten. Nastya lud uns auf einen Tee ein, aber Stasya und Andrey wollten lieber ihre Zweisamkeit genießen und verabschiedeten sich von uns. So ging nur ich mit Teetrinken.
Sie hatten seltsamen original-chinesischen Tee von Nastyas Onkel bekommen, der ihn von einer Dienstreise mitgebracht hatte. Irgendein streng geheimes Treffen, bei dem es natürlich um Waffen ging. Es war ein offenes Geheimnis, genau wie bei den Flaks, die ab und zu mit grünen Netzen getarnt über Izhevsks Straßen auf LKWs transportiert wurden.
Es wurde wieder schnell sehr spät, und so landete wieder auf Dimas und Nastyas Fußboden. Morgen wollten wir in der Datscha übernachten und ich würde die dritte Nacht in Folge nicht nach Hause kommen...
Farin weckte mich so spät wie es für ihn noch vertretbar war, denn anders als ich fauler Student hatte er auch am Wochenende Dinge zu erledigen, die er unter der Woche nicht schaffte.
Ich kroch viel mehr aus dem Bett wie eine Made aus einem Apfel, als dass ich aufstand. Farin wirkte putzmunter und hatte bereit Pelmeni zum Frühstück gekocht, aber allein der Geruch ließ den Cognac wieder hochkommen. Ich konnte mich kaum zu einem Stück Tomate zwingen lassen und schlief auf dem gemütlichen Sessel am Frühstückstisch kurz ein, woraufhin mich Farin wachrüttelte. Ich sah ihn böse an, vielleicht auch verschlafen, jedenfalls schaffte er es irgendwie, mich nach unten zu bringen, ins Auto zu setzen und fuhr vorsichtig durch die Schlaglöcherpiste seines Wohngebiets, nachdem ich mich beim ersten Loch beschwert hatte, dass mir der nicht vorhandene Mageninhalt wieder hochkäme.
Er brachte mich ins Zentrum und musste gleich weiter fahren um seinen Cousin treffen, um dann im Garten zu arbeiten um einen Zaun zu bauen.
Zurück im Wohnheim ließ ich mich aufs Bett plumpsen. Es drehte sich. Mein Handy vibrierte, eine SMS von Roman. Mit dem gemeinsamen Schwimmen würde es wohl nichts werden, stellten wir fest; seine Freunde hatten das gleiche Problem wie ich. Aber ein Andermal bestimmt, versicherte ich ihm. Ich wahr ganz froh, erstmal eine Runde Schlaf zu bekommen, denn ich musste noch früh genug aus dem Haus die Schüler vom Lyzeum 22 wollten sich um 16 Uhr mit mir treffen, erinnerte mich die Kalenderfunktion in meinem Handy, die mir das Gedächtnis ersetzte.
Im Halbschlaf wälzte ich mich noch eine Weile hin und her, schaute dann wie ein Zombie einen Film an und machte mich schließlich auf den Weg in die Stadt, nachdem ich so den halben Tag durchgebracht hatte. Ich hatte keine Ahnung, wie ich alternativ zur Schule Nummer 22 kam und wie lange ich brauchte, wenn ich nicht den Bus Nummer 14 nahm, überlegte ich mir, als ich bereits zwanzig Minuten lang vergeblich wartend an der Bushaltestelle gestanden hatte. Ich hatte das Fahrplansystem noch nicht ganz durchschaut, obwohl ich es lange studiert hatte, denn man konnte es praktisch nicht beweisen, da kein Bus nach einem Fahrplan fuhr, aber mittlerweile hatte sich mein Verdacht erhärtet, dass 6 - 12 in der Spalte 8 - 14 hieß, dass der Bus zwischen 8 und 14 Uhr im 6 bis 12 Minuten-Takt kam, und dass in der Spalte 14 - 16 das Wort "pereryw" hieß, dass er nicht fuhr.
Ich wusste, dass ich ins Zentrum fahren und in eine andere Trolleybus-Linie umsteigen konnte aber nicht welche. Ich hatte eine verwischte Erinnerung, dass die Linien 1, 4 und 7 an der Schule vorbeifuhren, aber dann fiel mir ein, dass diese Nummern den Straßenbahnlinien entsprachen, die an meinem Wohnheim vorbeifuhren und dass ich es möglicherweise verwechselte hatte. Um sicher zu gehen schrieb ich dem einzigen Schüler, dessen Handynummer ich hatte, eine SMS und fragte nach. Zurück kam eine Antwort in sehr niedlichem Deutsch, in der er die Trolleybusse als "Trolebusen" bezeichnete. Darunter konnte ich mir auch so einiges vorstellen. Aber es waren tatsächlich die Linien 1, 4 und 7. Nur die Fahrtrichtung hatte ich auch nach mehreren Anfragen nicht herausfinden können, aber auch da hatte ich eine weitere verwischte Erinnerung, nämlich dass ich einmal mit Sina vom Zentrum aus in diese Richtung im Trolleybus unterwegs gewesen war, und an der Haltestelle "Dimitrova" vorbeigefahren war. An der stieg ich dann auch aus und stellte fest, dass ich einen Stop früher hätte aussteigen können um direkt vor der Schule anzukommen. Irgendwie war mir die Gegend auch vertraut gewesen - aber das hieß gar nichts, denn jede Gegend sah in Izhevsk gleich aus.
Als ich wohlgemerkt pünktlich ankam, wartete schon ein Großteil der Klasse auf mich, und die restlichen Schüler trudelten etwas später ein und entschuldigten sich dafür. Ihrer Lehrerin hatte es ihnen gut eingeimpft, wenn sie ihnen bei jeder Gelegenheit von der deutschen Ordnungsliebe und Pünktlichkeit predigte. Jeder ankommende neue Schüler sprach von der russischen Unpünktlichkeit, aber ich schüttelte lachend dem Kopf und zeigte ihnen meine Uhr: Sie waren nur 3 und 4 Minuten zu spät. Dann erzählte ich ihnen vom akademischen Viertel, und dass man es in Deutschland längst nicht mehr so verbissen sieht. Sie sahen mich ganz erstaunt an.
Als dann alle versammelt waren - bis auf Sascha, mit dem ich vorhin SMS geschrieben hatte; er hatte angenommen, dass wir uns alle erst um fünf träfen als wir also alle versammelt waren, schauten sie mich verschmitzt an und eines der Mädchen überreichte mir eine CD: Ein Geschenk von allen Schülern der Klasse. Es war eine komplette Albensammlung auf einer MP3-CD der Petersburger Gruppe Splin; es erstaunte mich fast so sehr wie die Tatsache, dass die Schüler sich daran erinnert hatten, dass es meine aktuelle Lieblingsgruppe war.
Diese Art von MP3-CD war in Russland sehr verbreitet; statt sich umständlich alle Alben einzeln kaufen zu müssen, wurden alle Alben einer Gruppe auf eine CD gepresst und hinter dem Rücken der Musikindustrie verkauft. Ich war auch im Zweifel, ob der deutsche Zoll so etwas durchgehen ließ. Aber ich freute mich über das Geschenk. Nun stellte sich nur noch die Frage was sollte ich mit 20 Schülern ohne Lehrerin anfangen? Ich schlug also vor, Eis essen zu gehen.
Alle waren sich einig, wo es das beste Eis der Stadt gab. Wir spazieren zu einem Eiscafé in der Nähe des Präsidentenpalasts, während es um mich herum regelrecht schwirrte, da immer vier Schülerinnen gleichzeitig sprachen - von und hier und da kamen Fragen, Namen, Fakten, bis ich ganz verwirrt war. Doch ich merkte: Hier wollte wirklich Deutsch gelernt werden.
Auf dem Weg zeigten sie mir noch eine besondere Touristen-Attraktion: Ein Entführungsverbotsschild für außerirdische Raumfahrzeuge.
Sie erklärten mir dann, dass es eigentlich eine Werbung für einen Club namens Jungfrau war, aber ich ahnte die Wahrheit: Dies war der Ort, an dem Russen von Außerirdischen entführt werden wollten, denn der russische Verstand tickt ein wenig anders als der des Durchschnittseuropäers: Wenn etwas strengstens verboten war, hieß das übersetzt in den russischen Alltag, dass man sich nicht dabei erwischen lassen sollte, und bei einem gewissen Prozentsatz der Russen löste ein Verbot eine Art Schalter im Hirn aus, der dafür sorgt, dass sie genau das machen, was verboten ist eben weil es verboten ist. Und so denken sie sicher, wenn hier das Entführen von Menschen verboten ist, werden bestimmt immer einige fliegende Untertassen um dieses Schild kreuzen und nach potentiellen Entführungsopfern spähen.
Am Präsidentenpalast gab es zwei Eiscafés: Ein Jugendcafé und ein Kindercafé. Wir entschieden uns alle einstimmig für das Jugendcafé, stellten aber fest, dass es geschlossen hatte, und gingen doch ins Kindercafé. Dort wurde gerade eine Geburtstagsparty vorbereitet, aber wir fanden noch genug freie Stühle und Tische zum Zusammenschieben, sodass wir alle gemeinsam sitzen konnten. Ein Eis kostete 45 Rubel, also etwas mehr als einen Euro für 100 Gramm; das hatte ich schon billiger gesehen; einige Schüler hatten kein Geld, da wollte ich gerne etwas ausgeben, aber das wollte niemand. Stattdessen legten alle zusammen, jeder, der Geld hatte, gab 20 Rubel dazu. Dieser Klassenzusammenhalt gefiel mir richtig gut. Sascha kam jetzt auch und entschuldigte sich. Er setzte sich zu den anderen beiden Jungs, die auch nicht so gerne deutsch sprachen, während sich die Mädchen um mich gescharrt hatten und wieder auf mich einredeten. Ich löffelte mein Eis mit den bunten Streuseln, aber mein Magen fühlte sich noch arg fusselig an.
Die Mädels wollten mich anschließend noch mit Spezialitäten füttern: Mit Piroggen und anderen gefüllten Teigtaschen, oder mit einer ganz besonderen Leckerei: Purem Zitronensaft. Ich lehnte dankend ab - ja, ein anderes Mal ganz sicher. Eins der Mädels war regelrecht süchtig danach geworden und bestellte sich immer wieder ein Gläschen. Ich wunderte mich, ob da noch etwas drin war, von dem sie mir nicht erzählte.
Nach dem Essen wollten die Hälfte der Kinder Mafia spielen, das beliebte russische Spiel, bei dem man erraten musste, wer der Böse war, aber die andere Hälfte wollte lieber in den Park gehen und Krokodil spielen die Russische Variante von Scharade. Ich sah unauffällig auf die Uhr; ich wollte Dima und Nastya nicht versetzen, obwohl wir uns nur lose für den Abend verabredet hatten, also schrieb ich ihnen eine SMS, ich sei noch bei meinen Kids, und was sie gerade machten, und wann wir uns treffen wollten. Sie hatten noch keine konkreten Pläne, wollten am Abend vielleicht noch mit mir zum sonntäglichen Sound Of Summer, bei dem wie immer Sina auftrat, und bei dem wir immer die halbe Stadt antrafen.
Sie schrieben zurück, sie wollten mich im Zentrum treffen. So konnte ich einmal alles unter einen Hut bringen, gesellte mich zu meinen Kids in den Park und beobachtete sie beim Spielen, das sie aber partout nicht auf Deutsch machen wollten. Punkt 18:15 entschuldigte ich mich, ich sei verabredet, aber ich ließ mich für Mittwoch wieder zu einem erneuten Ausflug mit der Klasse buchen, als sich zumindest einige der Mädels ganz enttäuscht über mein Gehen zeigten.
Ich lief vom Park zum Theater und daran vorbei, die Treppen hinunter zur Straßenbahnhaltestelle. Ich hatte noch etwas Zeit und machte es mir auf dem Brückengeländer gemütlich. Bei jeder ankommenden Straßenbahn spähte ich von der Brücke hinunter, und musste doch zweimal hinschauen, als meine beiden alten Freunde schließlich auf mich zukamen. Sie hatten sich beide neue Frisuren schneiden lassen; Dima hatte sich nach langem Hin und Her gegen die langen Haare entschieden, und Nastya für eine Dauerwelle. Wie lange hatte ich sie nicht mehr gesehen - dass sie sich so verändern konnten, überlegte ich kurz, dann fielen wir uns in die Arme.
Wir wussten immer noch nicht so recht, was wir machen wollten, und so spazierten wird zum See hinunter. Dort lag eine Fähre vor Anker und ich dachte dran, dass uns die Auslandamtleute auf eine Rundfahrt eingeladen hatten, zu der es nie gekommen war, und höchstwahrscheinlich war es genau dieses Boot. Ich schlug den anderen vor, vielleicht wollten sie eine Runde Boot fahren, auf meine Einladung?
Sie sahen sich an, ja, warum nicht, aber sie hatten einen besseren Vorschlag: Sie wollten mich schon lange auf ihre Datscha einladen, die etwas außerhalb von Izhevsk lag, und warum sollten wir bei der Gelegenheit nicht mit Boot hinausfahren? Wir gingen zur Ticketstelle und studierten die Abfahrtszeiten; aus reiner Gewohnheit fotografierte ich sie auch gleich ab.
Nun war es Zeit Club Kwartira 18 gehen, denn Stasya rief schon ungeduldig an, wo wir denn blieben. Wir nahmen aber nicht den direkten Weg, sondern gingen an der ersten Fabrik der Stadt Izhevsk vorbei, die als Sehenswürdigkeit galt. Von dort aus wollten wir durch das Fabrikgelände zurück zum Zentrum gehen.
Die erste Fabrik war ein schönes rosafarbenes Gebäude im klassizistischen Stil, gestützt auf ebenmäßig Säulen und nach oben zulaufenden in einen Turm, dessen Fenster wie das Negativ der Säulen wirkten. Auf der obersten Spitze soll es eine goldene Figur gegeben haben, erzählte Nastya. Als das ganze Land in Aufruhr der kommunistischen Revolution war, hatte man schnell versucht, diese Figur in Sicherheit zu bringen und im nahen See versenkt. Niemand habe sie je finden können, erzählte Nastya weiter; selbst professionell ausgerüstete Schatzsucher hatten vor einigen Jahren den See abgesucht, ohne Erfolg. Vielleicht war es am Ende nur eine Legende.
Das Fabrikgelände dahinter wirkte sehr einsam in den Abendstunden, und sogar bedrohlich, als wildes Hundegebell aus der Richtung kam, in die wir gehen wollten. Es gab in Russland viele wilde Hunde, und Roman hatte mir wieder Gruselgeschichten darüber erzählt, dass sie angeblich Menschen angreifen würden, wenn sie besonders hungrig waren. Wir schlugen eine andere Richtung ein. Ein harmlos aussehender schmutzig-weißer Hund mit geflecktem Ohr tappte auf uns zu und folgte uns in einigem Abstand. Wir schlugen uns durch die Büsche und stießen auf Gleise; der Hund folgte uns weiterhin. Wir spazierten auf den mit kleinen Bäumchen zugewachsene und trotzdem noch benutzten Schienen entlang. Wir sahen wohl aus wie Landstreicher, und so konnte ich nicht widerstehen, als ich einen verrosteten Güterwagon offen auf einem der Gleise herumstehen sah, und kletterte hinein. Der Hund beobachtete mich hechelnd.
Dann plötzlich schlug die Stimmung um. Wildes Gebell startete unweit des Wagons. Ein schwarzes Hunderudel kam aus den Büschen auf uns zu, es war offenbar Familie. Die größeren Hunde fletschten aggressiv ihre Zähne und bellten heiser. Wir standen regungslos da. Am Ende stimmte es wirklich, dass sie Menschen angriffen. Wir versuchten harmlos zu wirken und an ihnen vorbeizugehen, aber einer der Hunde sprang auf uns zu und wir schreckten zurück. Doch selbst auf unserem Rückzug kamen die Hunde heiser bellend auf uns zu.
Dima versuchte uns den Rückzug zu ermöglichen, indem er aufstampfte und "tschau!" rief, aber davon ließen sie sich nur eine Sekunde lang beeindrucken, dann sprach einer der Hunde in einem Satz auf Dima zu, der zurückschreckte. Schließlich war es wieder Nastya, die uns durch ihr beherztes Auftreten aus der Situation rettete - wie schon beim Zusammentreffen mit dem Gopnik vor ein paar Wochen: Sie wirkte überzeugender beim Aufstampfen und den Zischgeräuschen, sodass die Hunde nur noch knurrend und bellend mit gesträubtem Fell dastanden, sich aber nicht rührten, als wir den Rückzug antraten.
Wir trauten uns erst erleichtert aufzuatmen, als wir gut 300 Meter entfernt waren und zurück an die Stelle kamen, an der wir die Gleise betreten hatten. Wir nahmen den gleichen Weg zurück zur Fabrik und zum See, froh, dieses Abendteuer überstanden zu haben.
Nun gingen wir direkt ins Zentrum und zum Club bei Detskij Mir. Die Tore, die den Hinterhof von der Straße abtrennten, waren geschlossen, aber ich war mittlerweile oft genug hier gewesen um den Weg zum Hof durch den Club zu kennen und führte die beiden hinein.
Stasya wartete schon ungeduldig auf uns. Sina und die anderen Bandmitglieder waren schon gegangen, wahrscheinlich Pizza essen, wie es eine Art Tradition nach ihren Auftritten war.
Stasya machte uns mit ihrem legendären Freund bekannt, von dem sie immer erzählt hatte, dessen Existenz ich mittlerweile schon beinahe angezweifelt hatte. Er studierte auf einem Konservatorium in einer Stadt einige hundert Kilometer von Izhevsk entfernt und war nun für ein paar Wochen nach Izhevsk gekommen, während Stasya ihn später im Sommer für ein paar Wochen besuchen kommen wollte. In Russland schienen Fernbeziehungen noch um einiges schwieriger zu sein als in Deutschland, selbst wenn es sich dabei fast um Nachbarstädte handelte.
Ich fand Andrey eher merkwürdig mit seinem Zopf, dem seltsam mäuseähnlichen Gesicht und dem Ausdruck eines Künstlers darauf. Stasya hatte sich in seiner Gegenwart tatsächlich verändert; sie war weniger laut und selbstbewusst, sondern eher ein Schoßhündchen, das so nahe wie möglich an seinem Herrchen bleiben wollte. Auf diese Weise konnte ich mir plötzlich Stasya auch als Hausfrau vorstellen - das war mir bisher undenkbar erschienen.
Wir machten es uns auf einem Sofa unter einem hohen Bierzelt bequem und hörten die letzte Gruppe spielen, die zu einer Jam Session aufrief, woraufhin ein Mädchen auf die Bühne ging und sich im Skat-Gesang versuchte, dabei aber nur relativ selten eine Note traf, die gerade passte.
Farin schrieb mir eine SMS; er wollte mich morgen auf seinem Moped zum Fluss mitnehmen. Ich war froh, dass ich eine Ausrede hatte, denn morgen wollten wir alle zusammen zu Dima und Nastya auf die Datscha fahren: Stasya, Andrey und ich.
Nach dem Konzert spazierten wir gemeinsam zurück in die Gegend, in der wir alle wohnten. Nastya lud uns auf einen Tee ein, aber Stasya und Andrey wollten lieber ihre Zweisamkeit genießen und verabschiedeten sich von uns. So ging nur ich mit Teetrinken.
Sie hatten seltsamen original-chinesischen Tee von Nastyas Onkel bekommen, der ihn von einer Dienstreise mitgebracht hatte. Irgendein streng geheimes Treffen, bei dem es natürlich um Waffen ging. Es war ein offenes Geheimnis, genau wie bei den Flaks, die ab und zu mit grünen Netzen getarnt über Izhevsks Straßen auf LKWs transportiert wurden.
Es wurde wieder schnell sehr spät, und so landete wieder auf Dimas und Nastyas Fußboden. Morgen wollten wir in der Datscha übernachten und ich würde die dritte Nacht in Folge nicht nach Hause kommen...


















