Montag, 27. Juli 2009

Tag1

27.7.
Viel zu frueh klingelte der Wecker, nicht viel spaeter saßen wir in der Straßenbahn. Zwei weitere Stunden spaeter waren wir schon auf dem Weg nach Rügen.Eine Familie mit Modellflugzeug im VW-Bus war zurueck gekommen um uns aufzulesen. Ich vertrieb mir dir Zeit mit der Tochter Franziska, die ein Quizbuch fuer die lange Fahrt dabei hatte. Die Sonne strahlte; Friede, Freude, Eierkuchen.
Sie fuhren erst bis in die Berliner Innenstadt, wo wir eine Stunde Pause machten und belegte Semmeln, Verzeihung, Schrippen mit Herzmuster aßen und den Fernsehturm fotografierten. Was man in Berlin so macht.
Wir fuhren bis zur ersten Raststaette Richtung Hamurg mit. Dort tauchte ein Anhalter aus Kalifornien, USA auf, und verschwand wieder. Wir sahen ihn erst wieder, als wir mit einem LKW Richtung Hamburg auf die Autobahn auffuhren; er sah aus, als richtete er sich auf die Nacht ein.
Der Fahrer war eine echte Berliner Schnauze: Zotig, unverbluemt neugierig und politisch unkorrekt, aber ein guter Kerl. Glaubte ich. Bis er waehrend der Fahrt in seinem Sitz afstand um aus dem Fach ueber seinem Kopf Erotik-Hoerbuecher zu holen. Mit breitem Grinsen und den Fueßen am Lenkrad hoerte er sich Geschichten ueber Sex-Sklavinnen an. Noch 156km bis Hamburg.
Wir atmeten beide auf, als wir 3 Stunden spaeter an der letzten Raststaette vor Hamburg ausstiegen. Gerade dieser Fahrer wollte uns weiß machen, dass LKW-Fahrer die sicherere Alternative fuer alleinreisende Tramperinnen waere, weil die Fahrer nicht so schnell zu ihr auf den Sitz kann, und man mit einem LKW nicht so einfach in den Wald fahren kann. Als haette er es versucht.
Jedenfalls konnten wir an dieser Raststaette in einem leeren Reisebus bis in die Stadt mitfahren; in der Tat rissen sich dort die Fahrer um uns.
Unser Busfahrer war auch Imker und erzaehlte uns allerlei darueber: Wie man Bienenkoeniginnen vermehrt, wie er seiner Voelker auf Reisen schickte, und dass man damit einiges an Kohle machen konnte. Er gab uns noch einige Tipps, was besonders sehenswert sei (die Stelle, an der Ostsee und Nordsee zusammentreffen), und ließ uns an einer Ampel raus bevor sein Chef uns sehen konnte.
Ganz in der Naehe befand sich ein S-Bahn-Hof. Nach einer Weile verstanden wir auch die Fahrkarten und -plaene - und dafuer waren auch nur 4 Jahre Informatikstudium noetig.
Als wir gegen 21 Uhr nach 13 Stunden Reisezeit ankamen, wurden wir schon erwartet. Ali nahm uns sehr freundlich auf, es gab etwas zu Essen, und wir redeten eine Weile bis wir beschlossen, dass es Zeit war, ins Bett zu gehen u uns von den Anstrengungen des Tages zu erholen.
Diesen Text schreibe ich auf meinem Glofiish und kann ihn gleich per WLAN online stellen. Ein Hoch auf die Technik!

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