Samstag, 16. Januar 2016

Beim Banya-Bauen (14.11.2010)

Farin hatte den Sommer damit verbracht, eine russische Sauna (Banya) im Garten zu bauen, d. h. er hat das Gründgerüst aus Baumstämmen errichtet, die Lücken dazwischen mit Moos abzudichten und mit einem Kumpel zusammen das Herzstück zu schmieden: Den großen Metallofen. Ich meine mich daran zu erinnern, dass er Hilfe von usbekischen Arbeitern hatte, die sehr häufig in Russland für wenig Geld schwarz arbeiten.

Ich hab mich nicht lumpen lassen und packte mit an. Hier schaufelte ich Sand für den Beton, aus dem aus Fundament gegossen werden sollte.

Den Betonmischer hatte sich Farin von einem anderen Kumpel ausgeliehen. Schon seltsam, was seine Kumpels in der Garage stehen haben. Vermutlich könnte er sich einen Panzer ausleihen, wenn er den mal kurz bräuchte.

In der Sauna

So sah es in Farins kleinem Haus von innen aus. Es ist ein altes Holzhaus, das sein Großvater noch selbst gebaut hatte. Dementsprechend niedrig war der Eingang und die Decke an einigen Stellen. Man sollte es sich nicht als Hexenhaus vorstellen, dafür ist es zu groß, aber wer schon mal in einem Museumsdorf war, hat vielleicht ein Bild im Kopf von den Bauernhäusern um 1900. Von innen sah es ebenfalls aus wie ein Museum, überall hingen diese alten Teppiche mit traditionellen Mustern an den Wänden. Daran sieht man, dass die tatarische Kultur aus dem orientalischen Kulturraum stammt. An einigen Stellen hing arabische Kalligrafie auf blauem Samt in Bilderrahmen. Es gab drei dieser Betten im Raum, gerade breit genug für eine Person. Oft waren die mit Papier bedeckt, auf denen selbstgemachte Nudeln trockneten.

Farins Mutter hatte Essen vorbereitet. Die Melone stammte noch aus Sommerzeiten; sie hatten einen riesigen Vorratskeller, in dem sie die Melonen und jede Menge Eingekochtes stapelten. Der Keller war kaum höher als einen Meter, schien aber unter dem gesamten Haus zu verlaufen, und hatte einen Boden aus festgestampfer Erde.

Ich hatte Farin gezeigt, dass wir in Deutschland zu Weihnachten Schwibbbögen hatten und ihm gefiel die Idee, selbst einen aus Holz zu bauen. Dafür pauschte er Schnittbögen aus dem Internet ab.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen