Montag, 3. August 2009

Tag7+8

Wir sind noch immer im Zeitplan, auch wenn es eine laaaaaaaange Reise nach Göteborg ist (wird lustigerweise ganz anders ausgesprochen, was wir natuerlich nicht wussten, als wir unsere potentiellen Fahrer an der Tankstelle danach fragten)
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02.8.
Bisher war uns die Anhalterei ganz gut gelungen; in Kopenhagen sollte uns der Optimismus jedoch bald verlassen. Wir versuchten es erst an einer Bushaltestelle Auf der Straße zur Autobahn, dann einige Kilometer weiter direkt an der Auffahrt, erst in der einen Richtung, dann in der anderen. Erst um 12:30 Uhr bekamen wir unseren ersten Lift. Es war ein Ehepaar, das uns bis zur letzten dänischen Stadt vor dar natürlichen Wassergrenze zu Schweden brachte. Dort ging das Spiel von vorne los: Daumen und Schild raus, und wenn mal jemand in die nahe Tankstelle fuhr, hingehen und persönlich fragen. Das gaben wir auch irgendwann auf und wanderten zur nächsten Tankstelle, und von dort nach einer erfolglosen Weile direkt zum Fährhafen. Und völlig überraschend wurden wir mitgenommen.
Der Fahrer stellte sich als Charles vor. Er wollte zu einer Freundin in die hinterste Pampa fahren, setzte uns aber freundlicherweise vorher ab, und zwar an einem riesigen Einkaufszentrum. Es dauerte erstaunlich lang bis wir mitgenommen wurden, was wahrscheinlich daran lag , dass wir "Göteborg" falsch aussprachen; auf schwedisch sagt man nämlich "Jöttebori".
Es war dennoch intereressanter als das ständige Warten davor; es war immer mal ein nettes Gespräch dabei, zum Beispiel mit der Gruppe holländischer LKW-Fahrer, die in Liege stühlen Bier tranken und mir welches anboten, während ihre polnischen Kollegen nur grimmig aus der Fahrerkabine schauten. Gegen 17:30 nahm uns endlich der Trainer eher Frauenfußballmannschaft mit, die Mädels kamen im Bus dahinter. Er brachte uns bis ins Zentrum von Göteborg. Aber da unsere Gastgeberinnen noch außer Haus waren, schlossen wir unsere Rucksäcke im Hauptbahnhof ein und gingen die Stadt erkunden. Als sich der Hunger grummelnd meldete, wollten wir uns etwas von den vielen Fastfood-Ständen holen. Aber was? Es schien etwa 10 Wörter für Wurst zu geben. Ich nahm einen Tvilling, weil ich mir unter Zwillingswurst am ehesten ein Paar Wiener vorstellen konnte. Ich weiß nicht, ob es die Auszährung des vergangenen Tages war, aber die Wiener schmeckte herrlich, wie bömische Knödel, Braten und Sauerkraut zusammen.
Es wurde schon spät; Isabelle arbeitete noch, aber ihre Mitbewohnerin Jo kam gerade mit ihrem Vater im Auto heim. Wir gaben also die Adresse ins Navi ein, wunderten uns erst, dass es so nah am Zentrum war, und dann dass es die Hausnummer nicht gab... Unser Fehler klärte sich mit einem Telefonat auf - Wir warteten an einer ähnlichen, aber eben nicht ganz gleichen Adresse. Sie kamen dann mit dem Auto zum Bahnhof um uns aufzulesen und wir lachten darüber. So endete dieser austrengende Tag. Oh, noch nicht ganz: Wir kämpften noch mit einer löchrigen Luftmatraze. Das wars aber jetzt.

03.8.
In Göteborg war es den ganzen Tag trüb, nieselte von Zeit zu Zeit, nur um in stärkeren Regen überzugehen. Wir hatten zusammen mit Jo gegen 12 das Haus verlassen, waren mit der Straßenbahn ins Zentrum gefahren und richteten uns im nächstgelegenen Supermarkt häuslich ein. Die Preise sind hier humaner als in Dänemark, aber man kann ebenso leicht überall mit Kreditkarte zahlen, sogar Centbeträge wie eine Flasche Wasser. Nur für die öffentlichen Verkehrsmittel braucht man Münzen, und dafür gibt es einen Wechselautomaten am Hauptbahnhof, direkt bei den Schließfächer, wo wir gestern schon unsere Taschen unterbrachten als wir die Stadt erkunden gingen.

Göteborg ist eine Arbeiterstadt voller schmuckloser, grauer Wohnhäuser und erinnert ein wenig an Zwickau. Es gibt jedoch auch ein buntes Zentrum, blaue Straßenbahnen und einen Vergnügungspark. Und letztes Wochenende spielte U2 im Stadion.
In den Straßenbahnen waren keine Fahrräder erlaubt. Aus diesem Grund ließ der Fahrer die Bahn einfach an der Haltestelle stehen, kam in den hinteren Wagen und diskutierte geschlagene 10 Minuten mit dem Besitzer des Rads. Die Ruhe hat hier jeder Weg.

Als der Regen nachließ, wanderten wir umher. Es fällt auf, dass man sich
in Schweden einander in die Augen schaut, oft mehrere Sekunden lang. Das kann recht irritierend wirken, wenn man es nicht gewohnt ist.

Doch unser Weg führte uns bald wieder in einen Supermarkt; war ja auch interessant. Zum Beispiel gab es so eine Art Milchreis und Marmelade in Wurstform. Und von allem alles in doppelten Portionen: Riesige Käsebrocken, halbe Kühe eingeschweist und 2-kg-Mehl-Packungen...

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