20.09.
Brav stand ich um 9 Uhr auf um Albert anzurufen, wie er mich gestern per Mail gebeten hatte, um zu abzusprechen, ob wir uns um 10 Uhr treffen konnten oder nicht, doch nun meinte er, er sei noch beschäftigt und schlug 17:30 vor - so hatte ich noch Zeit zum Lesen des lustigen englischen Materials, was ich lange vorher gekonnt aufgeschoben hatte.
Durch meine Nachbarn war ich schon seit 7 Uhr wach, da sie beim Aufstehen einen Heidenlärm gemacht hatten, aber ich wollte nun sowieso ein geregelteres Leben führen und nicht erst wie im letzten Semester gegen 11 Uhr aufstehen. Ich wusste, dass es viel Mühe kosten würde, mich selbst jeden Tag zu motivieren, an meinem Projekt zu arbeiten, und eine geregelte Aufstehzeit war der erste Schritt auf dem Weg.
Heute musste nur erst einmal alles organisiert werden. Zunächst ging ich ins Auslandsamt; dort verquatschten wir fast eine Stunde, denn es ergab sich immer wieder ein Thema, und Marina und Alisa hatten sich beide sehr erfreut über meine Mitbringsel gezeigt: Für beide hatte ich je eine Packung deutschen Tee und Porzellan-Schuhe aus Holland mitgebracht.
Im Vorbeigehen draußen sah ich, dass der Herbst nun definitiv begann, zumindest sah man es an den Blättern der Bäume, die orange-rot eingefärbt waren - es war ein wirklich goldener Herbst.
Ich fuhr in den Hypermarkt Karusel um dort jede Menge Gefrorenes zum Überleben zu kaufen - um vorbereitet zu sein, wenn plötzlich der Winter einbrach und ich das Haus nicht mehr verlassen wollte. Oder gar der 3. Weltkrieg ausbrach - den hatte die Hexe Baba Wanga für November angekündigt.
Als ich die Regale näher inspizierte, entdeckte ich - russische Stroopwaffeln. Sie sahen genau wie in holländischen Supermärkten aus, waren aber in Russland hergestellt und doppelt so teuer. Ich nahm sie trotzdem.
Zu Hause las ich nun endlich Alberts Ausarbeiten komplett durch und war sogar schneller fertig als erwartet und begann Gitarre abzustauben und zu stimmen. Sie klang genauso grausig wie ich sie in Erinnerung hatte und ließ sich so gut spielen wie ein Küchenregal. Das war kein Zufall, wie ich später erfuhr - die Gitarre war in der gleichen Izhevsker Fabrik hergestellt worden, die auch die Möbel für die ganze Gegend produzierte. Jeder Musiker, der davon hörte, verzog das Gesicht zu einer Grimasse.
Farin rief mich an und bat mich um ein Treffen heute Abend, aber sein unverständliches Englisch trieb mir bald die Tränen der Verzweiflung in die Augen - er hatte in dem Monat alles verlernt, und am Telefon war es natürlich noch schwieriger sich zu verständigen, weil man nicht wild gestikulieren konnte. Ich verstand ihn am besten, wenn er das Wort auf Russisch einwarf, das er auf Englisch völlig falsch ausgesprochen hatte - das wurde bald unsere gängige Methode zur Verständigung.
Bevor ich zum Treffen mit Albert ging, packte ich schnell die Geschenke zusammen, dazu noch ein Fläschchen Schnaps für den Wachtmann Vladimir, Schokolade für die Garderobenfrauen, und falls ich noch jemanden traf, den ich kannte, steckte ich eine drehbare Windmühle für den Kühlschrank ein. Ich war viel zu früh am Treffpunkt, ich konnte schon keine Zeit mehr abschätzen.
Eine dunkle Gestalt kam mir im Gang entgegen, das Licht von draußen im Nacken; die Gestalt kam mir bekannt vor - ach, ja Artjom!
Ich hatte eben ins Zimmer gehen wollen, in dem ich Alberts Stimme gehört hatte - er hatte anscheinend bereits eine Besprechung, also sprach ich erst kurz mit Artjom und gab ihm den Windmühlenkühlschrankmagneten - da Albert riss die Tür auf und begrüßte uns fröhlich. Er hatte nur telefoniert und uns dann gehört. Ich staunte nicht schlecht - ohne besonderen Anlass zur verabredeten Zeit schon vor Ort wie ungewöhnlich für Albert! Später erfuhr ich jedoch von Artjom, dass er schon eine halbe Stunde früher bestellt gewesen war und noch mal gegangen war, weil Albert nicht aufgetaucht war. Und ich hatte schon an Wunder geglaubt.
So wusste ich in diesem Moment noch nicht, dass Artjom es eilig hatte und plauderte mit Albert; er fragte nach meiner Reise und wie jetzt die Lust zu arbeiten stünde. Ich fragte lächelnd, ob er jetzt nicht lieber seine Geschenke haben wollte.
Ja, das wollte er, und ich gab sie ihm eins nach dem anderen: Die fürchterlichen holländischen Dropjes, die sogar Joris als ungenießbar bezeichnet hatte - Albert schwor, dass sie ihm schmeckten -, ein paar andere Süßigkeiten und eine Flasche Schnaps mit Farnen und Holz drin und erklärte ihm, das sei eine Spezialität meiner Gegend. Dann noch eine Tafel Hanfschokolade, nahm aber das abgebildete Hanfblatt nicht für voll, und so fragte ich ihn, ob ihm das Blatt irgendwie bekannt vorkam nein. Das überraschte mich schon, er war doch auch schon in Amsterdam gewesen. Ich weihte ihn schließlich ein - aber nun wollte er es nicht mehr probieren, weil er mir nicht so recht glaubte, dass Industriehanf harmlos ist. Er dankte mir und umarmte mich; und Artjom sah betreten zur Seite.
Ich lachte über den Gedanken Albert mit Marihuana zu kombinieren das macht bekanntlich träge und langsam. Er würde dadurch so langsam werden, dass er wahrscheinlich nicht mehr zu spät kommen, sondern sich rückwärts in der Zeit bewegen würde.
Ich begann Albert von meinem neuen Konzept zu erzählen und wusste nicht, dass Artjom schon zu spät für die nächste Vorlesung dran war. Nach einer ganzen Weile unterbrach er mich höflich und sprach schnell mit Albert ein paar Sätze, während er sich schon seine Jacke überzog.
Wir nahmen unser Gespräch wieder auf, aber nun standen schon einige andere Studenten vor der Tür; ich wies ihn zweimal darauf hin, aber er meinte, wir hätten noch Zeit, die Vorlesung begann erst in 20 Minuten. In aller Ruhe zeigte er mir etwas am Computer und fragte noch über meine Reisen und die Zeit zu Hause, aber dann wurden es recht viele Studenten und er ließ sie rein. Er versprach sich um meine Zugangserlaubnis zum Labor zu kümmern. Da war ich mal gespannt.
Schickte Farin eine SMS, dass ich jetzt frei war, fuhr ins Wohnheim und tauschte die Rucksäcke mit den Geschenken aus. Auch für Farin gab es Dropjes und Hanf-Süßigkeiten, und für seinen Garten einen Gartenzwerg.
Er kam mich mit dem Auto abholen; eigentlich hatte er auf eine Kartbahn gehen wollen, dafür war es jetzt aber zu spät, also wollte er mir die neue Strandpromenade zeigen ich war beeindruckt, wie sich die ganze Gegend um das Völkerfreundschaftsdenkmal in nur zwei Monaten verändert hatte: Gepflasterte Straßen, dazwischen Anpflanzungen, geschwungene Wege die grasbewachsenen Hänge hinunter. Das hätte ich russischen Bauarbeitern nie in dieser Zeit zugetraut Farin meinte aber, das gäbe es schon seit zwei Jahren, aber man hätte es für die 250Jahr-Feier verschönert. Jetzt wunderte mich nichts mehr, denn in der Baustellenform hatte ich die Gegend schon seit Februar gesehen.
Wir spazierten bis 22 Uhr, dann drängelte ich mit Hunger und wir gingen schnell eine Pizza essen die Pizzeria hatte zwar bis 23 Uhr geöffnet, sodass die Eile gar nicht nötig gewesen wäre, wenn ich nicht um diese Zeit schon im Wohnheim zu sein hätte.
Eine Stunde surfte ich im Internet, dann zwang ich mich ins Bett zu gehen um morgen das geregelte Leben beginnen, das ich mir vorgenommen hatte: Jeden Tag von 10 bis 18 Uhr an der Thesis arbeiten, zu der Zeit war das Labor frei.
Doch Russland war doch immer für eine Überraschung gut: Ich kam schon im Halbschlaf zurück in mein Zimmer, bemerke in unserem WG-Flur unter dem Spiegel schwarze Perlen und dachte mir, da hat Mascha wohl wieder was verschüttet und war schon halb in meinem Zimmer, da kam etwas Graues auf mich zu gerannt. Erschrocken warf ich die Tür ins Schloss und öffnete sie nach kurzem Zögern wieder einen Spalt: Das, was ich für eine riesige Ratte gehalten hatte, war in Wirklichkeit ein kleines Kaninchen, das neugierig seine Nase in den Spalt steckte. Ich war verblüfft. Eine riesige Ratte hätte ich akzeptieren könne, aber wo kam plötzlich ein Kaninchen her? Ich holte meine Kamera, aber da kam Mascha und hob es hoch. Es war ihr neues Haustier, und ich durfte damit spielen, wenn ich wollte, sagte sie. Ich nahm in den Arm. Es war noch ganz jung und ganz grau mit langen Löffeln. Es hieß Bayleys war so niedlich, dass ich es ihm sogar verzieh, dass er die ganze Nacht Radau machte. Ich beschäftigte mich von da an viel mit dem süßen kleinen Racker - nur in mein Zimmer durfte es nicht kommen, denn wenn es das Ladekabel für mein Notebook anknabberte, würde es Hasenbraten zum Mittag geben, warnte ich ihn. Er sah mich unschuldig an und verstand natürlich nichts.
21.09.
Seit Tagen hatte ich Kratzen im Hals und Bedürfnis viel zu trinken; zuerst dachte ich, das sei von der Klimaanlage im Zug gekommen, aber wahrscheinlich ist die Luft so viel trockener in Izhevsk als in Deutschland. Und es roch schon den ganzen Tag so verbrannt. Der Wald brannte schon seit Wochen nicht mehr, aber kurzzeitig hatte der Ruß im August auch Izhevsk erreicht, wie ich auf Fotos hatte sehen können. Es hatte das Stadtbild nicht sehr verändert.
Da ich heute noch nicht im Labor arbeiten konnte, weil mir Albert die Zugangserlaubnis noch nicht besorgt hatte, begann ich Organisatorisches für meine Masterarbeit vorzubereiten. Ein bisschen prokrastinierte ich auch um mich vor dem eigentlich Kern meiner Arbeit zu drücken, mit dem alles stehen und fallen würde. So begann ich Programme installieren, Dokumente vorbereiten, Ein paar Webseiten zum Thema zu lesen und einfache Skripte zusammenbauen, die den Browser zum Absturz brachten und danach hing das ganze Betriebssystem. Da beschloss ich, erst einmal eine Pause zu machen und spazierte zum Supermarkt um einer Fress-Attacke nachzukommen; seit ich zu Hause gewesen war, hatte ich wieder das Bedürfnis, regelmäßig etwas zu essen, was ich vorher in Russland meistens vergessen hatte. Der Spaziergang tat mir gut, und vor allem brachte es mich dazu, meine alten Freunde zu kontaktieren, was ich bei meiner Ankunft irgendwie und aus irgendeinem Grund vermieden hatte. Dima, Sina, Stasya Ich lief rastlos draußen durch die Nacht, fing das Tropfwasser der Dächer mit den Fingerspitzen auf, und näherte mich den beiden Katzen, die draußen immer vor dem Wohnheim herumlungerten und überlegte, mit was ich sie füttern konnte. Diese Rastlosigkeit hatte mich lange nicht überfallen - Deutschland war in einem Rausch an mir vorbei gegangen; ich hatte genug Ablenkung gehabt. Nun spürte ich wieder die Weite des Landes, das mich umgab - so ein Gefühl kann man in Deutschland gar nicht haben.
Es hat nur zwei Tage gedauert, und nun spüre ich Russland wieder als warmes Gefühl in meinem Bauch.
22.09.
Durch das gestrige Kontaktieren meiner Freunde hatte ich heute volles Programm: Eine Verabredung zum Mittagessen mit Sina, nach der Arbeit ein Treffen mit Dima, um dann am Abend mit der ganzen Bande ausgehen.
Meine gute Vorsätze begannen zu schmelzen. Ich hatte mir ja vorgestellt, jeden Tag um 9:30 Uhr aufzustehen und um 10 Uhr anzufangen im Labor an meinem Projekt zu arbeiten, und das bis 18 Uhr. Nun, den Wecker stellte ich mir schon immer, aber praktisch stand ich heute bis 11 Uhr nicht auf. Dann las bis 12:30 noch ein wenig den Stoff und machte mich auf den Weg ins Zentrum.
"Auf Wiedersehen!", sagte mir die Etagenomi auf Deutsch; sie hatte im Sommer geübt und sagte mir nun auf Deutsch, dass ich hübsch geworden sei.
Eine halbe Stunde reichte wirklich um bis ins Zentrum zu gelangen, obwohl ich weite Stücke laufen musste, denn Sina kam sowieso immer zu spät, so genoss ich die letzten warmen Sonnenstrahlen am Springbrunnen vor dem Theater, wo wir verabredet waren. Zwei junge Männer kamen an den Beckenrand und machten sich und mich auf den Regenbogen aufmerksam, der durch die schon tief stehende Sonne in der Fontäne erzeugt wurde.
Sina hatte sich nicht verändert, wir gingen wieder ins gleiche Café, in das wir immer gingen; sie erzählte von ihrem Sommer; war auf der Insel Krim gewesen, aber so leicht sei es nicht gewesen, dahin zu kommen, denn sie war an der Grenze zur Ukraine aus dem Zug gezogen worden, weil ihr Reisepass durch Verschleißerscheinungen wie gefälscht aussah. So stand sie also nachts an der Grenze und lief auf ein paar Jungs in Autos zu, fragte nach Alk. Erzählte ihre Geschichte und einer bot an, sie über die Grenze zu schmuggeln. Sie ließ sich darauf ein, hatte aber unheimliche Angst und verstecke einen Teil ihres Geldes. Fahrer war aber freundlich und schlug vor, sie legal rüberzubringen und ihren Reisepass dafür provisorisch zu reparieren. Das klappte, aber dann stand sie nachts in der Ukraine, ihr Handy funktioniert nicht, aber sie hatte wieder Glück und fand vier Leute, die per Anhalter unterwegs waren, denen sie sich anschloss. Aber es waren zu viele, so teilte sich die Gruppe wieder auf, und Sina kam ins Auto eines reichen Mannes, der sie zum Bahnhof der nächsten großen Stadt brachte, wo sie ein Zugticket kaufen konnte. Auf der Fahrt waren sie wie Freunde geworden, ihr gegenüber ließ er die Maske fallen, die er vor anderen aufsetze, und ließ sie seine Trauer über den Tod von Freunden bei einem Unfall vor einigen Tagen spüren. Erst am Bahnhof fragte er sie nach ihrem Namen. Dann gingen sie wieder als Fremde auseinander. Ich war sehr berührt von dieser Geschichte.
Sina traf ihre Freunde auf Krim wieder und verbrachte die nächsten zwei Wochen auf der Insel wie im Urvolk, oft einfach nur nackt umherlaufend, erzählte sie; sie zelteten offenbar an einem sehr abgelegenen Ort bei einem Wald und einem kleinen Strand am Meer; sie zeigte mir die Gemälde, die sie dort angefertigt hatte, als wir später zu ihr nach Hause gingen. Ich hab ihr die Schokoladensammlung und sie wand sich regelrecht innerhalb von sich selbst, weil sie nicht wusste, wie sie mir dafür danken konnte. Nun war es mir selbst fast peinlich.
Wir überspielten es. Sie holte einen Kürbis hervor, den sie mühevoll zerkleinerte um daraus Kuchen zu backen. Ich versuchte ihr zu helfen, aber es war am Ende eher ein moralischer Beistand.
Gegen 18 Uhr wollte sie sich mit ihrem neuen Freund treffen, und ich mich mit Dima. Sie versprach mich zu kontaktieren und über die Pläne des Abends zu informieren, sobald sie geschmiedet worden waren.
Ich musste noch einmal zum Wohnheim um die Geschenke für Dima und Nastya zu holen.
Dima kam gerade mit der Straßenbahn bei mir an, schrieb er per SMS; ich beeilte mich und rannte den letzten Stück Weg, aber er war weit und breit nicht zu sehen; dann kam er telefonierend aus dem kleinen Kiosk an der Haltestelle - er hatte ein Ätsch-Bätschmak gekauft, dieses tatarische Dreiecksgebäck, das hauptsächlich mit zerhäckselten Küchenabfällen gefüllt war; es war das gleiche Zeug, das Zsolt und ich schon im Zug nach Petersburg unauffällig entsorgt hatten. Dima bot es mir an. Ich schüttelte den Kopf. Er brach den Anruf ab und wir umarmten uns; er war so euphorisch, dass er mich ein Stück durch die Luft schleifte.
Nastya war noch auf Arbeit, meinte er, und um 20 Uhr wollte er einen alten Schulfreund vom Bahnhof abholen, der ein paar Tage bei ihren wohnen würde. Sie hatten sich seit 5 oder 6 Jahren nicht mehr gesehen. Also hatten wir nicht viel Zeit, aber dennoch genug um uns über den vergangenen Sommer auszutauschen.
Am 12. August hatten Dima und Nastya nun endlich geheiratet, die Flitterwochen hatten zu Hause verbracht und wurden in der Zeit ständig von Freunden besucht, die gratulieren wollten, denn sie hatten nur ganz simpel auf dem Standesamt geheiratet, ohne eine große Feier zu veranstalten, obwohl sich das ihre Eltern etwas feierlicher vorgestellt hatten. Die Fotos hatte niemand je gesehen, weil der Fotograf am anderen Ende der Stadt wohnte und Dima selbst Wochen später nicht dazu gekommen war, sie abzuholen.
Wir spazierten Richtung Kirovpark, merkten aber bald, dass es recht frisch wurde und entschlossen uns, in das Pfannkuchen-Café in der Nähe meines Wohnheims zu gehen. Pfannkuchen hatte ich heut schon zum Mittag, aber der Gedanke an Eis oder etwas in dieser Art machte mir Appetit. Dima gab mir einen "milchlichen Cocktail" aus, wie Milchshakes hier heißen, und ich wollte ihm die Geschenke geben, die ich aus Deutschland für mein liebstes frisch vermähltes Ehepaar mitgebracht hatte: Eine ganze Kollektion Liebestee, Schokolade, jede Menge andere Süßigkeiten und eine schöne Hochzeitskarte, aber Dima hielt es für besser, wenn ich es ihnen beiden übergeben würde. OK, meinte ich und ließ es im Rucksack, machte aber Andeutungen, was ich dabei hatte, sodass er neugierig wurde und versprach, mich bald zu ihnen einzuladen - auch wenn zu diesem Zeitpunkt vielleicht noch der alte Schulfreund zu Besuch wäre. Er hatte von 2 oder 3 Tagen gesprochen, aber Dima hatte ihn daraufhin für eine beliebige Zeit eingeladen, was er ganz enthusiastisch aufgenommen hatte.
Wir blieben ein Stück länger sitzen als wir eigentlich wollten, aber die Zeit wartete nun mal nicht auf uns. Ein Zug kam am Bahnhof an, und auf mich wartete Sina schon mit Stasya und drei sturzbetrunkenen Jungs im Zentrum, schrieb sie mir per SMS.
Ich fuhr schnell noch einmal zum Wohnheim um meine Geschenke für Stasya holen: Hanfschokolade, einen Hanf-Lutscher, und einen Aschenbecher mit Hanfaufdruck. Ich wusste, dass sie so etwas mögen würde Dima nahm die gleiche Bahn bekam ein Glücksticktet, das er an mich weitergab, sodass ich es essen konnte - um an diesem Abend viel Glück zu haben. Es schmeckte wie das Esspapier, das ich ständig gegessen hatte als ich noch ein Kind war.
Ich fand Sina und Co schnell, als ich am Theater der Freundschaft ausstieg - die angetrunken Gruppe fiel jedem sofort auf. Zwei der Jungs kannte ich noch: Mischa aus einer von Sinas Bands, und Rylov, den seltsame Trommler. Vasya war neu, aber Sina erklärte später, das war einer der Jungs, die damals im Club so grausam gespielt hatten, dass Zsolt und ich erstmal einen Cocktail gebraucht hatten.
Wir gingen gleich Nachschub an Champagner kaufen. Russischer Champagner ist billiger Sekt, haute aber richtig rein. Stasya war erkältet, weshalb ich ungern aus der gleichen Flasche trinken wollte, aber jeder tat es, also überwand ich mich auch und redete mir ein, dass der Alkohol die Viren abtötete. Zu dritt und schon ziemlich angetrunken vom Umherlaufen mit der Flasche hielten wir es für eine gute Idee, im feinen Theater die Toilette aufzusuchen, lachend und lärmend. Trotzdem wurden wir nicht erwischt, wie ich die ganze Zeit befürchtet hatte, als ich Wache und die Flasche hielt. Ich solle mehr trinken, überlegte ich, um auf ihr Level zu kommen. Von da an wurde der Abend immer besser. Glaube ich. Seltsam wurde er auf alle Fälle. Ich weiß noch, dass uns irgendwann Sina verloren ging, und dass sie uns später wütend schreiend und alles beleidigend mit ihrem Freund über den Weg lief; ich wusste noch, wie ich vom Klettergerüst hinter hing und später mit Stasya in der Sandkiste lag; wie ich für Stasya auf Pinkelwache ging während sie in einem Busch verschwand, und wie wir uns irgendwann auf den Weg gemacht haben zu Vasya nach Hause, aber aus irgendeinem Grund auf einem Rasenstück an einer Hauptstraße liegen geblieben waren, wo uns die Polizei auflas, aber uns dann doch gehen ließ. Und wie sie uns trotzdem noch langsam im Wagen folgte um sicher zu gehen, dass wir allein nach Hause fanden; und wie wir alle eingehenkelt die Straße entlang torkelten, alle irgendwie nur noch russisch sprachen und ich bald auch, ich hinter den Kiosk erbrach, wo Stasya Zigaretten kaufte, und dann waren wir schon in Vasyas Wohnung und tranken Tee, den ich nicht mal bis zur Hälfte schaffte und noch aus eigener Kraft wie ein Stein auf eine Couch fiel, auf die Vasya eine Decke ausbreitete. Russischer Sekt war ein Teufelszeug.
23.09.
Um 6:30 Uhr konnte ich schon nicht mehr schlafen; Vasya auch nicht und ließ laut Hip Hop aus dem Computer dröhnen. Stasya und Mischa schliefen fest - trotz Lautsprechernähe. Unruhig wälzte ich mich umher mit fussligem Gefühl im Magen. Ich ging in die Küche und tigerte bald unruhig in der Wohnung herum, versuchte etwas Tee zu trinken, aber das machte es nur noch schlimmer. Um 7:30 Uhr hörte der Krach auf und ich musste zurück ins Bett gegangen und wieder eingeschlafen sein, bis 9:00 der Krach wieder beginnt wieder, aber alle schliefen, auch Vasya.
9:30 fand ich Vasya aufgestanden vor, Sonnenblumenkerne am Fenster essend. Er schrak zusammen, als ich das Zimmer betrat. Ich verabschiede mich und ließ mir noch den Weg zur Bushaltestelle erklären. Stasya und Mischa schliefen bei all dem weiter - wahrscheinlich waren sie im Koma oder so. Mann nannte es ja nicht umsonst Komasaufen. Ich fühlte mich so schlecht wie noch nie in meinem Leben von Alkohol.
Die wackelnde und holpernde Straßenbahn tat mir nicht so richtig gut, aber der Spaziergang heim glich das beständige Würgegefühl wieder aus. Ich schwor mir, nie wieder Alkohol zu trinken, während ich versuchte, das Ziehen in meinem leeren Magen zu ignorieren.
Ohne etwas zu sagen schob ich mich an der Etagenomi vorbei in mein Zimmer und kroch ins Bett, aber der Schlaf wollte nicht so recht kommen. Ich zwang mich, trockenes Brot zu essen. Sina schrieb, sie habe sich gestern das Bein verletzt. Ich bot ihr an vorbeizukommen und Besorgungen auf dem Weg zu erledigen. Sie bat um Kefir und Milch. Ich schwang mich aus dem Bett, schwankte und zog mich zitternd an.
Die Etagenomi fragte mich ganz besorgt, ob alles in Ordnung sei; ich war wohl etwas bleich. Ich beruhigte sie, wir haben gestern nur zu viel getrunken. Wo ich geschlafen habe, wollte sie wissen, und so weiter. Ich versicherte ihr, nie wieder trinken zu wollen und jetzt nur Milch kaufen zu wollen um sie bei einer Freundin vorbeizubringen.
Der Laden unten hatte gerade Mittagspause, zerrte vergebens an der Tür bis ich das Schild las.
Der Bus war so voll, dass ich nur kurz vor dem Aussteigen bezahlen konnte. Ich fühlte mich vor allem unendlich langsam, und tatsächlich brauchte ich mit dem Einkaufen fast eine dreiviertel Stunde zu Sina, was sonst in 20 Minuten erledigt gewesen wäre.
Sina war am Kuchenbacken als ich ankam, aber so richtig war sie nicht in der Verfassung dazu und machte alles falsch, ließ sich aber von mir nicht helfen. Wir schnatterten wie die Gänse und schwiegen wie die Fische; es war eine seltsame Stimmung. Sie ließ sich nicht davon abbringen, einen bestellten Teppich aus dem Zentrum abzuholen, obwohl ihr Knie böse geschwollen war und ich ihr sogar dabei helfen musste, Dinge in die unteren Küchenschränke zu stellen. Zumindest wollte ich ihr helfen, aber ihr Freund meldete sich per Telefon, er kam eher zurück von Arbeit und ich verabschiedete mich, immer noch ein wenig torkelnd, aber vor allem hungrig; ich wollte mir Pelmeni kochen. Sina bot an, dass ich zum Essen bleiben könnte, aber sie wollte einen Eintopf aus komischen Dingen machen, bei denen sich mir der Magen umdrehte, und ich lehnte dankend ab.
Nach dem Essen fiel ich direkt wieder ins Bett und schlief bis Abends. Na, das war ja nichts geworden mit dem geregelten Leben und der Arbeit am Masterprojekt zum Glück war es noch nicht offiziell angemeldet ich würde wohl um eine Verlängerung der Testwoche bitten müssen, die ich mit meinem Professor in Deutschland vereinbar hatte. Zumal sich Albert immer noch nicht um die Genehmigung zur Labornutzung gekümmert hatte, sodass ich nicht mal das wenige ausprobieren konnte, das schon bei mir lief, aber praktisch brauchte ich mehrere Computer um die Funktionalität richtige zu testen, denn ich betrieb hier Netzwerkprogrammierung.
So war auch dieser Tag vorbei. Gegen Mitternacht fühlte ich mich wieder munter, deshalb war ich froh, dass Baileys fröhlich draußen im WG-Korridor herumhüpfte, und ich spielte bis nach 1 Uhr morgens mit ihm; er kletterte auf allem herum wie ein Bergsteiger und traute sich schließlich auch auf mich zu klettern, nachdem ich ihn 20 Minuten lang in den Schlaf gekraut hatte. Als ich schlafen ging, mochte er mich schon so gern, dass er mir in mein Zimmer zu folgen versuchte und dann eine ganze Weile an der verschlossenen Tür kratzte. So leid er mir auch tat, ich konnte ihn nicht hinein lassen, es lagen einfach zu viele Kabel herum.
Brav stand ich um 9 Uhr auf um Albert anzurufen, wie er mich gestern per Mail gebeten hatte, um zu abzusprechen, ob wir uns um 10 Uhr treffen konnten oder nicht, doch nun meinte er, er sei noch beschäftigt und schlug 17:30 vor - so hatte ich noch Zeit zum Lesen des lustigen englischen Materials, was ich lange vorher gekonnt aufgeschoben hatte.
Durch meine Nachbarn war ich schon seit 7 Uhr wach, da sie beim Aufstehen einen Heidenlärm gemacht hatten, aber ich wollte nun sowieso ein geregelteres Leben führen und nicht erst wie im letzten Semester gegen 11 Uhr aufstehen. Ich wusste, dass es viel Mühe kosten würde, mich selbst jeden Tag zu motivieren, an meinem Projekt zu arbeiten, und eine geregelte Aufstehzeit war der erste Schritt auf dem Weg.
Heute musste nur erst einmal alles organisiert werden. Zunächst ging ich ins Auslandsamt; dort verquatschten wir fast eine Stunde, denn es ergab sich immer wieder ein Thema, und Marina und Alisa hatten sich beide sehr erfreut über meine Mitbringsel gezeigt: Für beide hatte ich je eine Packung deutschen Tee und Porzellan-Schuhe aus Holland mitgebracht.
Im Vorbeigehen draußen sah ich, dass der Herbst nun definitiv begann, zumindest sah man es an den Blättern der Bäume, die orange-rot eingefärbt waren - es war ein wirklich goldener Herbst.
Ich fuhr in den Hypermarkt Karusel um dort jede Menge Gefrorenes zum Überleben zu kaufen - um vorbereitet zu sein, wenn plötzlich der Winter einbrach und ich das Haus nicht mehr verlassen wollte. Oder gar der 3. Weltkrieg ausbrach - den hatte die Hexe Baba Wanga für November angekündigt.
Als ich die Regale näher inspizierte, entdeckte ich - russische Stroopwaffeln. Sie sahen genau wie in holländischen Supermärkten aus, waren aber in Russland hergestellt und doppelt so teuer. Ich nahm sie trotzdem.
Zu Hause las ich nun endlich Alberts Ausarbeiten komplett durch und war sogar schneller fertig als erwartet und begann Gitarre abzustauben und zu stimmen. Sie klang genauso grausig wie ich sie in Erinnerung hatte und ließ sich so gut spielen wie ein Küchenregal. Das war kein Zufall, wie ich später erfuhr - die Gitarre war in der gleichen Izhevsker Fabrik hergestellt worden, die auch die Möbel für die ganze Gegend produzierte. Jeder Musiker, der davon hörte, verzog das Gesicht zu einer Grimasse.
Farin rief mich an und bat mich um ein Treffen heute Abend, aber sein unverständliches Englisch trieb mir bald die Tränen der Verzweiflung in die Augen - er hatte in dem Monat alles verlernt, und am Telefon war es natürlich noch schwieriger sich zu verständigen, weil man nicht wild gestikulieren konnte. Ich verstand ihn am besten, wenn er das Wort auf Russisch einwarf, das er auf Englisch völlig falsch ausgesprochen hatte - das wurde bald unsere gängige Methode zur Verständigung.
Bevor ich zum Treffen mit Albert ging, packte ich schnell die Geschenke zusammen, dazu noch ein Fläschchen Schnaps für den Wachtmann Vladimir, Schokolade für die Garderobenfrauen, und falls ich noch jemanden traf, den ich kannte, steckte ich eine drehbare Windmühle für den Kühlschrank ein. Ich war viel zu früh am Treffpunkt, ich konnte schon keine Zeit mehr abschätzen.
Eine dunkle Gestalt kam mir im Gang entgegen, das Licht von draußen im Nacken; die Gestalt kam mir bekannt vor - ach, ja Artjom!
Ich hatte eben ins Zimmer gehen wollen, in dem ich Alberts Stimme gehört hatte - er hatte anscheinend bereits eine Besprechung, also sprach ich erst kurz mit Artjom und gab ihm den Windmühlenkühlschrankmagneten - da Albert riss die Tür auf und begrüßte uns fröhlich. Er hatte nur telefoniert und uns dann gehört. Ich staunte nicht schlecht - ohne besonderen Anlass zur verabredeten Zeit schon vor Ort wie ungewöhnlich für Albert! Später erfuhr ich jedoch von Artjom, dass er schon eine halbe Stunde früher bestellt gewesen war und noch mal gegangen war, weil Albert nicht aufgetaucht war. Und ich hatte schon an Wunder geglaubt.
So wusste ich in diesem Moment noch nicht, dass Artjom es eilig hatte und plauderte mit Albert; er fragte nach meiner Reise und wie jetzt die Lust zu arbeiten stünde. Ich fragte lächelnd, ob er jetzt nicht lieber seine Geschenke haben wollte.
Ja, das wollte er, und ich gab sie ihm eins nach dem anderen: Die fürchterlichen holländischen Dropjes, die sogar Joris als ungenießbar bezeichnet hatte - Albert schwor, dass sie ihm schmeckten -, ein paar andere Süßigkeiten und eine Flasche Schnaps mit Farnen und Holz drin und erklärte ihm, das sei eine Spezialität meiner Gegend. Dann noch eine Tafel Hanfschokolade, nahm aber das abgebildete Hanfblatt nicht für voll, und so fragte ich ihn, ob ihm das Blatt irgendwie bekannt vorkam nein. Das überraschte mich schon, er war doch auch schon in Amsterdam gewesen. Ich weihte ihn schließlich ein - aber nun wollte er es nicht mehr probieren, weil er mir nicht so recht glaubte, dass Industriehanf harmlos ist. Er dankte mir und umarmte mich; und Artjom sah betreten zur Seite.
Ich lachte über den Gedanken Albert mit Marihuana zu kombinieren das macht bekanntlich träge und langsam. Er würde dadurch so langsam werden, dass er wahrscheinlich nicht mehr zu spät kommen, sondern sich rückwärts in der Zeit bewegen würde.
Ich begann Albert von meinem neuen Konzept zu erzählen und wusste nicht, dass Artjom schon zu spät für die nächste Vorlesung dran war. Nach einer ganzen Weile unterbrach er mich höflich und sprach schnell mit Albert ein paar Sätze, während er sich schon seine Jacke überzog.
Wir nahmen unser Gespräch wieder auf, aber nun standen schon einige andere Studenten vor der Tür; ich wies ihn zweimal darauf hin, aber er meinte, wir hätten noch Zeit, die Vorlesung begann erst in 20 Minuten. In aller Ruhe zeigte er mir etwas am Computer und fragte noch über meine Reisen und die Zeit zu Hause, aber dann wurden es recht viele Studenten und er ließ sie rein. Er versprach sich um meine Zugangserlaubnis zum Labor zu kümmern. Da war ich mal gespannt.
Schickte Farin eine SMS, dass ich jetzt frei war, fuhr ins Wohnheim und tauschte die Rucksäcke mit den Geschenken aus. Auch für Farin gab es Dropjes und Hanf-Süßigkeiten, und für seinen Garten einen Gartenzwerg.
Er kam mich mit dem Auto abholen; eigentlich hatte er auf eine Kartbahn gehen wollen, dafür war es jetzt aber zu spät, also wollte er mir die neue Strandpromenade zeigen ich war beeindruckt, wie sich die ganze Gegend um das Völkerfreundschaftsdenkmal in nur zwei Monaten verändert hatte: Gepflasterte Straßen, dazwischen Anpflanzungen, geschwungene Wege die grasbewachsenen Hänge hinunter. Das hätte ich russischen Bauarbeitern nie in dieser Zeit zugetraut Farin meinte aber, das gäbe es schon seit zwei Jahren, aber man hätte es für die 250Jahr-Feier verschönert. Jetzt wunderte mich nichts mehr, denn in der Baustellenform hatte ich die Gegend schon seit Februar gesehen.
Wir spazierten bis 22 Uhr, dann drängelte ich mit Hunger und wir gingen schnell eine Pizza essen die Pizzeria hatte zwar bis 23 Uhr geöffnet, sodass die Eile gar nicht nötig gewesen wäre, wenn ich nicht um diese Zeit schon im Wohnheim zu sein hätte.
Eine Stunde surfte ich im Internet, dann zwang ich mich ins Bett zu gehen um morgen das geregelte Leben beginnen, das ich mir vorgenommen hatte: Jeden Tag von 10 bis 18 Uhr an der Thesis arbeiten, zu der Zeit war das Labor frei.
Doch Russland war doch immer für eine Überraschung gut: Ich kam schon im Halbschlaf zurück in mein Zimmer, bemerke in unserem WG-Flur unter dem Spiegel schwarze Perlen und dachte mir, da hat Mascha wohl wieder was verschüttet und war schon halb in meinem Zimmer, da kam etwas Graues auf mich zu gerannt. Erschrocken warf ich die Tür ins Schloss und öffnete sie nach kurzem Zögern wieder einen Spalt: Das, was ich für eine riesige Ratte gehalten hatte, war in Wirklichkeit ein kleines Kaninchen, das neugierig seine Nase in den Spalt steckte. Ich war verblüfft. Eine riesige Ratte hätte ich akzeptieren könne, aber wo kam plötzlich ein Kaninchen her? Ich holte meine Kamera, aber da kam Mascha und hob es hoch. Es war ihr neues Haustier, und ich durfte damit spielen, wenn ich wollte, sagte sie. Ich nahm in den Arm. Es war noch ganz jung und ganz grau mit langen Löffeln. Es hieß Bayleys war so niedlich, dass ich es ihm sogar verzieh, dass er die ganze Nacht Radau machte. Ich beschäftigte mich von da an viel mit dem süßen kleinen Racker - nur in mein Zimmer durfte es nicht kommen, denn wenn es das Ladekabel für mein Notebook anknabberte, würde es Hasenbraten zum Mittag geben, warnte ich ihn. Er sah mich unschuldig an und verstand natürlich nichts.
21.09.
Seit Tagen hatte ich Kratzen im Hals und Bedürfnis viel zu trinken; zuerst dachte ich, das sei von der Klimaanlage im Zug gekommen, aber wahrscheinlich ist die Luft so viel trockener in Izhevsk als in Deutschland. Und es roch schon den ganzen Tag so verbrannt. Der Wald brannte schon seit Wochen nicht mehr, aber kurzzeitig hatte der Ruß im August auch Izhevsk erreicht, wie ich auf Fotos hatte sehen können. Es hatte das Stadtbild nicht sehr verändert.
Da ich heute noch nicht im Labor arbeiten konnte, weil mir Albert die Zugangserlaubnis noch nicht besorgt hatte, begann ich Organisatorisches für meine Masterarbeit vorzubereiten. Ein bisschen prokrastinierte ich auch um mich vor dem eigentlich Kern meiner Arbeit zu drücken, mit dem alles stehen und fallen würde. So begann ich Programme installieren, Dokumente vorbereiten, Ein paar Webseiten zum Thema zu lesen und einfache Skripte zusammenbauen, die den Browser zum Absturz brachten und danach hing das ganze Betriebssystem. Da beschloss ich, erst einmal eine Pause zu machen und spazierte zum Supermarkt um einer Fress-Attacke nachzukommen; seit ich zu Hause gewesen war, hatte ich wieder das Bedürfnis, regelmäßig etwas zu essen, was ich vorher in Russland meistens vergessen hatte. Der Spaziergang tat mir gut, und vor allem brachte es mich dazu, meine alten Freunde zu kontaktieren, was ich bei meiner Ankunft irgendwie und aus irgendeinem Grund vermieden hatte. Dima, Sina, Stasya Ich lief rastlos draußen durch die Nacht, fing das Tropfwasser der Dächer mit den Fingerspitzen auf, und näherte mich den beiden Katzen, die draußen immer vor dem Wohnheim herumlungerten und überlegte, mit was ich sie füttern konnte. Diese Rastlosigkeit hatte mich lange nicht überfallen - Deutschland war in einem Rausch an mir vorbei gegangen; ich hatte genug Ablenkung gehabt. Nun spürte ich wieder die Weite des Landes, das mich umgab - so ein Gefühl kann man in Deutschland gar nicht haben.
Es hat nur zwei Tage gedauert, und nun spüre ich Russland wieder als warmes Gefühl in meinem Bauch.
22.09.
Durch das gestrige Kontaktieren meiner Freunde hatte ich heute volles Programm: Eine Verabredung zum Mittagessen mit Sina, nach der Arbeit ein Treffen mit Dima, um dann am Abend mit der ganzen Bande ausgehen.
Meine gute Vorsätze begannen zu schmelzen. Ich hatte mir ja vorgestellt, jeden Tag um 9:30 Uhr aufzustehen und um 10 Uhr anzufangen im Labor an meinem Projekt zu arbeiten, und das bis 18 Uhr. Nun, den Wecker stellte ich mir schon immer, aber praktisch stand ich heute bis 11 Uhr nicht auf. Dann las bis 12:30 noch ein wenig den Stoff und machte mich auf den Weg ins Zentrum.
"Auf Wiedersehen!", sagte mir die Etagenomi auf Deutsch; sie hatte im Sommer geübt und sagte mir nun auf Deutsch, dass ich hübsch geworden sei.
Eine halbe Stunde reichte wirklich um bis ins Zentrum zu gelangen, obwohl ich weite Stücke laufen musste, denn Sina kam sowieso immer zu spät, so genoss ich die letzten warmen Sonnenstrahlen am Springbrunnen vor dem Theater, wo wir verabredet waren. Zwei junge Männer kamen an den Beckenrand und machten sich und mich auf den Regenbogen aufmerksam, der durch die schon tief stehende Sonne in der Fontäne erzeugt wurde.
Sina hatte sich nicht verändert, wir gingen wieder ins gleiche Café, in das wir immer gingen; sie erzählte von ihrem Sommer; war auf der Insel Krim gewesen, aber so leicht sei es nicht gewesen, dahin zu kommen, denn sie war an der Grenze zur Ukraine aus dem Zug gezogen worden, weil ihr Reisepass durch Verschleißerscheinungen wie gefälscht aussah. So stand sie also nachts an der Grenze und lief auf ein paar Jungs in Autos zu, fragte nach Alk. Erzählte ihre Geschichte und einer bot an, sie über die Grenze zu schmuggeln. Sie ließ sich darauf ein, hatte aber unheimliche Angst und verstecke einen Teil ihres Geldes. Fahrer war aber freundlich und schlug vor, sie legal rüberzubringen und ihren Reisepass dafür provisorisch zu reparieren. Das klappte, aber dann stand sie nachts in der Ukraine, ihr Handy funktioniert nicht, aber sie hatte wieder Glück und fand vier Leute, die per Anhalter unterwegs waren, denen sie sich anschloss. Aber es waren zu viele, so teilte sich die Gruppe wieder auf, und Sina kam ins Auto eines reichen Mannes, der sie zum Bahnhof der nächsten großen Stadt brachte, wo sie ein Zugticket kaufen konnte. Auf der Fahrt waren sie wie Freunde geworden, ihr gegenüber ließ er die Maske fallen, die er vor anderen aufsetze, und ließ sie seine Trauer über den Tod von Freunden bei einem Unfall vor einigen Tagen spüren. Erst am Bahnhof fragte er sie nach ihrem Namen. Dann gingen sie wieder als Fremde auseinander. Ich war sehr berührt von dieser Geschichte.
Sina traf ihre Freunde auf Krim wieder und verbrachte die nächsten zwei Wochen auf der Insel wie im Urvolk, oft einfach nur nackt umherlaufend, erzählte sie; sie zelteten offenbar an einem sehr abgelegenen Ort bei einem Wald und einem kleinen Strand am Meer; sie zeigte mir die Gemälde, die sie dort angefertigt hatte, als wir später zu ihr nach Hause gingen. Ich hab ihr die Schokoladensammlung und sie wand sich regelrecht innerhalb von sich selbst, weil sie nicht wusste, wie sie mir dafür danken konnte. Nun war es mir selbst fast peinlich.
Wir überspielten es. Sie holte einen Kürbis hervor, den sie mühevoll zerkleinerte um daraus Kuchen zu backen. Ich versuchte ihr zu helfen, aber es war am Ende eher ein moralischer Beistand.
Gegen 18 Uhr wollte sie sich mit ihrem neuen Freund treffen, und ich mich mit Dima. Sie versprach mich zu kontaktieren und über die Pläne des Abends zu informieren, sobald sie geschmiedet worden waren.
Ich musste noch einmal zum Wohnheim um die Geschenke für Dima und Nastya zu holen.
Dima kam gerade mit der Straßenbahn bei mir an, schrieb er per SMS; ich beeilte mich und rannte den letzten Stück Weg, aber er war weit und breit nicht zu sehen; dann kam er telefonierend aus dem kleinen Kiosk an der Haltestelle - er hatte ein Ätsch-Bätschmak gekauft, dieses tatarische Dreiecksgebäck, das hauptsächlich mit zerhäckselten Küchenabfällen gefüllt war; es war das gleiche Zeug, das Zsolt und ich schon im Zug nach Petersburg unauffällig entsorgt hatten. Dima bot es mir an. Ich schüttelte den Kopf. Er brach den Anruf ab und wir umarmten uns; er war so euphorisch, dass er mich ein Stück durch die Luft schleifte.
Nastya war noch auf Arbeit, meinte er, und um 20 Uhr wollte er einen alten Schulfreund vom Bahnhof abholen, der ein paar Tage bei ihren wohnen würde. Sie hatten sich seit 5 oder 6 Jahren nicht mehr gesehen. Also hatten wir nicht viel Zeit, aber dennoch genug um uns über den vergangenen Sommer auszutauschen.
Am 12. August hatten Dima und Nastya nun endlich geheiratet, die Flitterwochen hatten zu Hause verbracht und wurden in der Zeit ständig von Freunden besucht, die gratulieren wollten, denn sie hatten nur ganz simpel auf dem Standesamt geheiratet, ohne eine große Feier zu veranstalten, obwohl sich das ihre Eltern etwas feierlicher vorgestellt hatten. Die Fotos hatte niemand je gesehen, weil der Fotograf am anderen Ende der Stadt wohnte und Dima selbst Wochen später nicht dazu gekommen war, sie abzuholen.
Wir spazierten Richtung Kirovpark, merkten aber bald, dass es recht frisch wurde und entschlossen uns, in das Pfannkuchen-Café in der Nähe meines Wohnheims zu gehen. Pfannkuchen hatte ich heut schon zum Mittag, aber der Gedanke an Eis oder etwas in dieser Art machte mir Appetit. Dima gab mir einen "milchlichen Cocktail" aus, wie Milchshakes hier heißen, und ich wollte ihm die Geschenke geben, die ich aus Deutschland für mein liebstes frisch vermähltes Ehepaar mitgebracht hatte: Eine ganze Kollektion Liebestee, Schokolade, jede Menge andere Süßigkeiten und eine schöne Hochzeitskarte, aber Dima hielt es für besser, wenn ich es ihnen beiden übergeben würde. OK, meinte ich und ließ es im Rucksack, machte aber Andeutungen, was ich dabei hatte, sodass er neugierig wurde und versprach, mich bald zu ihnen einzuladen - auch wenn zu diesem Zeitpunkt vielleicht noch der alte Schulfreund zu Besuch wäre. Er hatte von 2 oder 3 Tagen gesprochen, aber Dima hatte ihn daraufhin für eine beliebige Zeit eingeladen, was er ganz enthusiastisch aufgenommen hatte.
Wir blieben ein Stück länger sitzen als wir eigentlich wollten, aber die Zeit wartete nun mal nicht auf uns. Ein Zug kam am Bahnhof an, und auf mich wartete Sina schon mit Stasya und drei sturzbetrunkenen Jungs im Zentrum, schrieb sie mir per SMS.
Ich fuhr schnell noch einmal zum Wohnheim um meine Geschenke für Stasya holen: Hanfschokolade, einen Hanf-Lutscher, und einen Aschenbecher mit Hanfaufdruck. Ich wusste, dass sie so etwas mögen würde Dima nahm die gleiche Bahn bekam ein Glücksticktet, das er an mich weitergab, sodass ich es essen konnte - um an diesem Abend viel Glück zu haben. Es schmeckte wie das Esspapier, das ich ständig gegessen hatte als ich noch ein Kind war.
Ich fand Sina und Co schnell, als ich am Theater der Freundschaft ausstieg - die angetrunken Gruppe fiel jedem sofort auf. Zwei der Jungs kannte ich noch: Mischa aus einer von Sinas Bands, und Rylov, den seltsame Trommler. Vasya war neu, aber Sina erklärte später, das war einer der Jungs, die damals im Club so grausam gespielt hatten, dass Zsolt und ich erstmal einen Cocktail gebraucht hatten.
Wir gingen gleich Nachschub an Champagner kaufen. Russischer Champagner ist billiger Sekt, haute aber richtig rein. Stasya war erkältet, weshalb ich ungern aus der gleichen Flasche trinken wollte, aber jeder tat es, also überwand ich mich auch und redete mir ein, dass der Alkohol die Viren abtötete. Zu dritt und schon ziemlich angetrunken vom Umherlaufen mit der Flasche hielten wir es für eine gute Idee, im feinen Theater die Toilette aufzusuchen, lachend und lärmend. Trotzdem wurden wir nicht erwischt, wie ich die ganze Zeit befürchtet hatte, als ich Wache und die Flasche hielt. Ich solle mehr trinken, überlegte ich, um auf ihr Level zu kommen. Von da an wurde der Abend immer besser. Glaube ich. Seltsam wurde er auf alle Fälle. Ich weiß noch, dass uns irgendwann Sina verloren ging, und dass sie uns später wütend schreiend und alles beleidigend mit ihrem Freund über den Weg lief; ich wusste noch, wie ich vom Klettergerüst hinter hing und später mit Stasya in der Sandkiste lag; wie ich für Stasya auf Pinkelwache ging während sie in einem Busch verschwand, und wie wir uns irgendwann auf den Weg gemacht haben zu Vasya nach Hause, aber aus irgendeinem Grund auf einem Rasenstück an einer Hauptstraße liegen geblieben waren, wo uns die Polizei auflas, aber uns dann doch gehen ließ. Und wie sie uns trotzdem noch langsam im Wagen folgte um sicher zu gehen, dass wir allein nach Hause fanden; und wie wir alle eingehenkelt die Straße entlang torkelten, alle irgendwie nur noch russisch sprachen und ich bald auch, ich hinter den Kiosk erbrach, wo Stasya Zigaretten kaufte, und dann waren wir schon in Vasyas Wohnung und tranken Tee, den ich nicht mal bis zur Hälfte schaffte und noch aus eigener Kraft wie ein Stein auf eine Couch fiel, auf die Vasya eine Decke ausbreitete. Russischer Sekt war ein Teufelszeug.
23.09.
Um 6:30 Uhr konnte ich schon nicht mehr schlafen; Vasya auch nicht und ließ laut Hip Hop aus dem Computer dröhnen. Stasya und Mischa schliefen fest - trotz Lautsprechernähe. Unruhig wälzte ich mich umher mit fussligem Gefühl im Magen. Ich ging in die Küche und tigerte bald unruhig in der Wohnung herum, versuchte etwas Tee zu trinken, aber das machte es nur noch schlimmer. Um 7:30 Uhr hörte der Krach auf und ich musste zurück ins Bett gegangen und wieder eingeschlafen sein, bis 9:00 der Krach wieder beginnt wieder, aber alle schliefen, auch Vasya.
9:30 fand ich Vasya aufgestanden vor, Sonnenblumenkerne am Fenster essend. Er schrak zusammen, als ich das Zimmer betrat. Ich verabschiede mich und ließ mir noch den Weg zur Bushaltestelle erklären. Stasya und Mischa schliefen bei all dem weiter - wahrscheinlich waren sie im Koma oder so. Mann nannte es ja nicht umsonst Komasaufen. Ich fühlte mich so schlecht wie noch nie in meinem Leben von Alkohol.
Die wackelnde und holpernde Straßenbahn tat mir nicht so richtig gut, aber der Spaziergang heim glich das beständige Würgegefühl wieder aus. Ich schwor mir, nie wieder Alkohol zu trinken, während ich versuchte, das Ziehen in meinem leeren Magen zu ignorieren.
Ohne etwas zu sagen schob ich mich an der Etagenomi vorbei in mein Zimmer und kroch ins Bett, aber der Schlaf wollte nicht so recht kommen. Ich zwang mich, trockenes Brot zu essen. Sina schrieb, sie habe sich gestern das Bein verletzt. Ich bot ihr an vorbeizukommen und Besorgungen auf dem Weg zu erledigen. Sie bat um Kefir und Milch. Ich schwang mich aus dem Bett, schwankte und zog mich zitternd an.
Die Etagenomi fragte mich ganz besorgt, ob alles in Ordnung sei; ich war wohl etwas bleich. Ich beruhigte sie, wir haben gestern nur zu viel getrunken. Wo ich geschlafen habe, wollte sie wissen, und so weiter. Ich versicherte ihr, nie wieder trinken zu wollen und jetzt nur Milch kaufen zu wollen um sie bei einer Freundin vorbeizubringen.
Der Laden unten hatte gerade Mittagspause, zerrte vergebens an der Tür bis ich das Schild las.
Der Bus war so voll, dass ich nur kurz vor dem Aussteigen bezahlen konnte. Ich fühlte mich vor allem unendlich langsam, und tatsächlich brauchte ich mit dem Einkaufen fast eine dreiviertel Stunde zu Sina, was sonst in 20 Minuten erledigt gewesen wäre.
Sina war am Kuchenbacken als ich ankam, aber so richtig war sie nicht in der Verfassung dazu und machte alles falsch, ließ sich aber von mir nicht helfen. Wir schnatterten wie die Gänse und schwiegen wie die Fische; es war eine seltsame Stimmung. Sie ließ sich nicht davon abbringen, einen bestellten Teppich aus dem Zentrum abzuholen, obwohl ihr Knie böse geschwollen war und ich ihr sogar dabei helfen musste, Dinge in die unteren Küchenschränke zu stellen. Zumindest wollte ich ihr helfen, aber ihr Freund meldete sich per Telefon, er kam eher zurück von Arbeit und ich verabschiedete mich, immer noch ein wenig torkelnd, aber vor allem hungrig; ich wollte mir Pelmeni kochen. Sina bot an, dass ich zum Essen bleiben könnte, aber sie wollte einen Eintopf aus komischen Dingen machen, bei denen sich mir der Magen umdrehte, und ich lehnte dankend ab.
Nach dem Essen fiel ich direkt wieder ins Bett und schlief bis Abends. Na, das war ja nichts geworden mit dem geregelten Leben und der Arbeit am Masterprojekt zum Glück war es noch nicht offiziell angemeldet ich würde wohl um eine Verlängerung der Testwoche bitten müssen, die ich mit meinem Professor in Deutschland vereinbar hatte. Zumal sich Albert immer noch nicht um die Genehmigung zur Labornutzung gekümmert hatte, sodass ich nicht mal das wenige ausprobieren konnte, das schon bei mir lief, aber praktisch brauchte ich mehrere Computer um die Funktionalität richtige zu testen, denn ich betrieb hier Netzwerkprogrammierung.
So war auch dieser Tag vorbei. Gegen Mitternacht fühlte ich mich wieder munter, deshalb war ich froh, dass Baileys fröhlich draußen im WG-Korridor herumhüpfte, und ich spielte bis nach 1 Uhr morgens mit ihm; er kletterte auf allem herum wie ein Bergsteiger und traute sich schließlich auch auf mich zu klettern, nachdem ich ihn 20 Minuten lang in den Schlaf gekraut hatte. Als ich schlafen ging, mochte er mich schon so gern, dass er mir in mein Zimmer zu folgen versuchte und dann eine ganze Weile an der verschlossenen Tür kratzte. So leid er mir auch tat, ich konnte ihn nicht hinein lassen, es lagen einfach zu viele Kabel herum.



Muha du und jeden Tag zeitig aufstehen :D
AntwortenLöschen Du hast das Zeugs doch bis zum Ende durchgelesen? Auch verstanden?
Und bekommt man da auch noch Gitarren aus anderen Fabriken?
Warum haste den Artjom net gleich vorgelassen, wenn er eh schon eher da war?
Da Bailys auf den ersten Blick so böse aus? ^^
Aber mach es net kaputt wenn du schon damit spielen darfst ^^
"Warmes Gefühl im Bauch" In Form von russischem Essen ^^
Hab ich dich nicht schön beschäftigt in Dtl. ^^
"...weil ihr Reisepass durch _Verscheißerscheinungen_ wie gefälscht aussah..." :D
Sekt tötet doch keine Viren ab. Ihr solltet mehr Wodka trinken ^^
Hey Komasaufen ist eine deutsche Erfindung ^^
Der Beginn einer großen Freundschaft mit Bailys ^^
Im Nachhinein finde ich es auch amüsant))
AntwortenLöschenJa zu beidem)) Mein neuronales Netz hat sich dem Text angepasst)
Ja, sicher, auch Importe aus den USA und China zB... in Izhevsk gibt es ja sonst eigentlich nur Waffenfabriken... wobei diese Gitarre auch schon fast ne Waffe ist.
Das wusste ich ja nicht; für mich sah es so aus, als wäre er gerade ein paar Sekunden nach mir angekommen.
Auf den ersten Blick sah er nur wie eine riesige Ratte aus^^
Das hat sie nicht gesagt... mittlerweile ärgert sie sich ja auch über ihn)
Du bist ja unromantisch...
Ausgezeichnet!
Öhm, ok, das wäre schön, wenn du es korrigieren könntest)
Ja, nee, Sekt trink ich eh nicht mehr))
Bist du sicher? Na gut, in Russland nennt man das wohl "Schlaftrunk")
Jetzt ist er ja oft gar net mehr da, oder nur in der Dusche eingesperrt...