Freitag, 4. September 2009

Ende der ersten Etappe

28.8. - Reise nach Wrocław (Breslau)
Wir mussten wieder ein ganzes Stück aus der Stadt heraus fahren um an eine gute Stelle zum Trampen zu kommen. Es gab wieder einen kostenlosen Bus zum außerhalb gelegenen Einkaufszentrum, der so beliebt war, dass wir kaum einen Stehplatz bekommen konnten, und wir hatten schon Angst, dass die anderen Mitreisenden sauer werden könnten, weil wir mit unseren Rucksäcken den Platz von zwei Leuten eingenommen hatten. Weiterhin fand ich bedenklich, dass man durch ein Loch im Boden auf die Straße schauen konnte. Jetzt war ich froh, meinen unförmigen Riesenrucksack zu haben - denn mit dem auf dem Rücken müsste es schon ein mächtig großes Loch geben, bis ich da durchrutschen könnte.
An der Straße neben dem Janki-Einkaufszentrum fanden wir einen weiteren Anhalter, ein Pole. Wir begrüßten und freundlich und ich erkundigte mich, wo er hinfuhr; offenbar ein Kaff auf der Hälfte unseres Weges. Wie es der Anhalter-Kodex verlangte, wünschten wir viel Erfolg und stellten wir uns ein gutes Stück hinter ihm an die Straße, sodass die ankommenden Fahrer ihn als erstes sehen und für ihn anhalten würden. Er kannte den Anhalter-Kodex offenbar nicht, denn er wanderte im Laufe des Wartens Stück für Stück näher an uns heran. Ab und zu hielt ein Auto, auch mal ein LKW, sie unterhielten sich kurz und dann fuhren sie ohne den Anhalter weiter. Einer der Fahrer, die er abgewiesen hatte, hielt für uns an. Wir hatten allerdings das Problem, dass wir den Ort "Wrocław" weder aussprechen konnten, noch den Namen erkannten, wenn er uns gesagt wurde. So hielten wir das Wrocław-Schild hoch und er nickte ein wenig schief. Wir wussten nicht so richtig, was er uns damit sagen wollte, aber es war besser als nichts und wir begannen die Rucksäcke einzuladen. Da kam der andere Anhalter zu uns und redete auf den Fahrer ein. Am Ende saßen wir alle im Auto. Der Anhalter unterhielt sich auf Polnisch, während wir uns auf dem Rücksitz schon freuten, dass wir in einem so schwierigen Anhalter-Land wie Polen einen guten Start gefunden hatten. Doch bekanntlich ist es keine Idee, den Tag von dem Abend zu loben, wie wir spätestens feststellten, als unser Fahrer mitten auf der Autobahn hielt und der Anhalter für uns übersetzte, dass er in die nahe Stadt fahren wollte, die für uns schon in der falschen Richtung lag. Wir bedankten uns herzlich für die Fahrt, ich probierte mein polnisches "Danke" aus, und der Anhalter gab mir seinen Hospitality Club-Namen, und sagte, dass ich ihn auf dieser Plattform kontaktieren sollte. Hospitality Club ist Couchsurfing sehr ähnlich, mit dem Unterschied, dass sämtliche E-Mails von den Seiteninhabern gelesen werden, bevor sie an den Empfänger versendet werden, was vermutlich der Grund dafür war, dass der Anhalter meine Nachricht nie erhielt.

Nun standen wir also auf der Autobahn, von der wir schnell herunter mussten, denn ich hatte schon gehört, dass mit der polnische Polizei nicht gut Kirschen essen ist. Aber es sah nicht gut aus, als wir so die Landkarte auf meinem Navi betrachteten. Die nächste Tankstelle war gut 8 Kilometer entfernt. Wir waren mitten in der Pampa gelandet, vier Kilometer entfernt von einem Autobahnkreuz. Die aktuelle Straße führte nach Süden, aber wir mussten Westen, deswegen hatten wir wenig Hoffnung, dass uns hier jemand in die richtige Richtung auflesen würde. Oder dass überhaupt jemand anhielt, wir waren ja mitten auf der Autobahn. Neben der Autobahn führte ein Feldweg entlang, auf dem wir ein Stück vorlaufen wollten, in der Hoffnung, dass es dort ein besserer Platz zum Anhalten war. Die Sonne brannte heiß vom Himmel, und ich war froh, dass ich mich gut mit Sonnenmilch eingecremt hatte. Wenn wir hier länger warten würden, könnten wir zumindest nicht verhungern, versuchte ich Matthias aufzumuntern, der schon wieder schwarz sah. An den Wegesrändern standen niedrige Pflaumenbäume mit großen, reifen Früchten. Ich griff danach und zuckte erschrocken zurück; ich hatte ein Spinnennetz gestreift, in dem zwei riesige, fette Spinnen mit wildem Muster und Haaren auf den schwarzen Beinen saßen. Als ich genauer hinsah, bemerkte ich, dass der ganze Baum, die ganze Wiese voller Spinnweben und Spinnen war. Nun wollte ich hier auch nicht übernachten. Der Weg führte durch ein kleines Wäldchen hindurch, in dem die Spinnweben kreuz und quer über den Weg hingen. Nachdem ich das erste Mal hinausgelaufen war, schickte ich Matthias vor.
Bald standen wir an einer Abfahrt und vor der Wahl, entweder die Autobahn über die Brücke zu überqueren, auf der uns wahrscheinlich die LKWs abgedrängt hätten, oder - Augen zu und durch - die Autobahn über die Fahrspuren zu überqueren. Nach heftiger Diskussion entschieden wir uns für letzteres. Es war nicht sehr viel Verkehr, deshalb schafften wir die zweispurige Straße locker in einem Zug; die eigentliche Schwierigkeit ging vom Mittelstreifen aus, über den wir unsere Rucksäcke hieven mussten um dann selbst über die Leitplanke zu klettern. Nachdem wir auch nach dem zweiten Sprint sicher die andere Seite erreicht hatten, brauchten wir eine Pause. Die Hitze war unglaublich, und langsam neigten sich unsere Wasservorräte dem Ende zu. Wir versuchten es wieder mit dem Raushalten des Daumens, in der Hoffnung, dass die Fahrzeuge von der Brücke ein wenig abgebremst an uns vorbei fahren würden und dann eher noch die Möglichkeit hätten, anzuhalten. Als auch diese Hoffnung zu einem Wölkchen Abgas verpuffte, kam Matthias auf die Idee, das Anhalten ein wenig attraktiver zu gestalten: Ich sollte mein Kleid anziehen. Gesagt, getan. Ich setzte noch eins drauf, indem ich mich am Straßenrand mit Sonnencreme einrieb, aber das Resultat war nur, dass die LKWs nun hupend an uns vorbei fuhren.
Das aufgebend, schleppten wir uns wieder ein Stückchen weiter; vielleicht kam demnächst eine Ortschaft, eine Bushaltestelle, oder irgendetwas, das uns retten konnte. Direkt an der Autobahn gab es bald keinen Platz mehr zum Entlanglaufen; wir mussten dem Weg über die Felder folgen. Das Gestrüpp stand hoch und zerkratze meine nackten Beine, und der Weg verschwand im Unterholz. An einem verlassenen, verfallenen Bauernhof zog ich mich wieder um, bevor wir langsam quer über die Wiese gingen, am Ende unserer Kräfte. Wir mussten nun alle paar Minuten eine Rast einlegen, von den schweren Rucksäcken zu Boden gedrückt und von der Sonne gepeinigt. An unserer Kleidung hingen die Spinnenweben und Grassamen, der Schmutz der Straße und der Felder. Am Ende eines leeren Feldes standen Gebäude, die aussahen, als wären sie bewohnt. Beim Herankommen stellte es sich als Bauernhof heraus. Da gab es kein Durchkommen, überall waren Zäune. So weit gekommen für nichts? Wir arbeiten uns quer durch das hohe Gras und Gestrüpp, immer wieder vor und zurück, und wieder vor, bis wir fast in einen Wassergraben gefallen wären. Danach schlugen wir uns verbissen schweigend durch das widerständige Gestrüpp in Richtung Autobahn zurück, kletterten einen Hügel hoch und landeten wieder auf dem Seitenstreifen. 4 Kilometer weiter, und doch immer noch am Anfang. Mit schmerzenden Gliedern ging es weiter bis an einem etwas breiteren Seitenstreifen zum Stehen kamen. Matthias meinte, es sei vernünftiger, wenn ich mit den Sachen hier wartete, und er versuche, das nächste Dorf zu finden um dort etwas zu Trinken zu kaufen. Seine Gesichtsfarbe war von tiefstem Rot, und der Schweiß tropfte ihm aus allen Poren, lief ihm das Gesicht hinunter. Ich war fast damit einverstanden, aufzugeben, doch 10 Minuten wollte ich uns noch geben. So elend, wie wir aussahen, sollte doch irgendjemand Mitleid mit uns haben und mitnehmen. Und tatsächlich, die Rechnung ging auf. Mit meinem traurigsten Hundeblick brachte ich einen Mann zum Anhalten, der uns zu unserem Glück im Unglück direkt bis nach Wrocław bringen wollte.
Es wurde schon Abend, als wir am Hauptbahnhof ankamen. Vom Auto aus hatten wir schon einen Blick auf die Stadt werfen können, die von der Deutschen Bahn als "Venedig Polens" geworben wurde.
Ich war so froh, dass wir diese Etappe geschafft hatten, dass ich dem Penner mit dem nackten, abgemagerten Oberkörper vorm Bahnhof etwas Kleingeld gab. Viele Rucksacktouristen kamen uns entgegen, der Bahnhof war belebt und sogar eine Gruppe Punks zog durch die Hallen. Als erstes kauften wir die erstbeste Flasche Durststillendes und ließen uns auf die Wartebänke plumpsen, wo wir eine Weile einfach nur da saßen. Ich kontaktierte unseren Gastgeber, der es aber erst in zwei Stunden zum Bahnhof schaffen würde.
Wir sperrten also unsere Rucksäcke in Schließschränken ein und machten wir uns auf die Such nach einem Supermarkt. Das Navi sponn ein wenig und schickte uns in die falsche Richtung - jedenfalls war auf der Karte keinesfalls das zu sehen, was wir vor uns sahen. Doch ein Stück die Straße hinunter befand sich eine Plattenbausiedlung, und weil man sich auf die alten Sowjets verlassen konnte, hatten sie dort für einen Supermarkt gesorgt. Heute wollten wir uns die Bäuche vollschlagen, am Ende der Reise; wir holten uns allerlei Leckeres, auf das wir oft hatten verzichten müssen, besonders im Norden. Schon auf dem Weg zurück zum Bahnhof machte ich mich über unseren Einkauf her. Bis wir am Bahnhof ankamen, war mir von dem Riesenbecker Joghurt schlecht geworden, weshalb ich ihn nur zu gern an den Punk weitergab, der zum Schnurren an uns herangetreten war und bittend auf meinen Becher zeigte.
Mittlerweile lad die Müdigkeit so bleiern auf uns, dass wir uns kaum noch rühren konnten; alles schmerzte. Ich fand trotzdem, dass wir uns die Gegend anschauen sollten, weil wir morgen früh schon wieder Richtung Deutschland abreisen würden.
Wir schafften gerade mal eine Runde um den Bahnhof; es war schon dunkel geworden und langsam sah die Gegend sehr verdächtig aus. Draußen standen Bänke vor einem Hinterhoflokal namens Pawel i Gawel, darunter lagen leere Bierflaschen. Aus den Fenstern schien trübes Licht und durch die halb geöffneten Tür huschte eine Ratte. Ich glaube, ich habe noch nie vorher eine richtige Ratte gesehen; es war so eine richtige, fette Gossen-Ratte. In einem Restaurant. Das mag im Kino süß sein, aber in Wirklichkeit will niemand dort essen.
Endlich tauchte Miron, unser Gastgeber, auf. Er war sichtlich gerannt und sah ziemlich elend aus mit seinem von einer Schlägerei gezeichneten Gesicht, die jedoch schon ein Stück zurück lag. Er lächelte warm und entschuldigte sich für die Verspätung. Er hatte den ganzen Tag an einem Filmset gearbeitet - er war ein Film-Student und arbeitete an einem Projekt. Miron war ein so netter Gastgeber, dass wir es bedauerten, nur eine Nacht zu bleiben. Er gab uns eine Fahrkarte und warte uns vor, dass heute die Straßenbahnen sehr merkwürdig fuhren, und wie erwartet mussten wir an der nächsten Ecke aus der Bahn aussteigen, weil sie in einen anderen Stadtteil umgeleitet wurde. Es war zwar nicht mehr weit zu laufen, aber wir stöhnten bei jedem Schritt.
Miron hatte eine ganze Menge Mitbewohner, von denen heute jedoch nur einer anwesend war; sie schliefen in einem Doppelstockbett im Wohnzimmer, hatte zwei Sofas im Wohnzimmer, die als Betten herhalten mussten, und eine ausziehbare Couch in einem Nebenzimmer, die wir heute Nacht bekamen. Während wir uns ausruhten bzw. duschen gingen, besorgten die beiden Jungs Bier. Wir waren zu müde auszugehen, also blieben sie uns zuliebe zu Hause und verbrachten den Restabend mit uns. In Warschau hatten wir keine Gelegenheit gefunden, mit unserem Gastgeber Polnisch zu lernen; das holten wir jetzt nach. Die beiden waren erst ziemlich erstaunt, dass wir polnische Flüche lernen wollten, aber als wir versicherten, dass es rein zu Studienzwecken war, schrieben sie mir eine ganze Seite voll. Nach einer halben Stunde wurden sie erst richtig war. Ich kann keinen der Flüche hier wiederholen, falls Kinder oder herzschwache Menschen mitlesen.
Miron entschloss sich, mit uns früh aufzustehen um uns zum Busbahnhof zu bringen, und dann auch selbst wegzufahren - eine Woche aufs Land, zu seinen Eltern. Es war spät geworden, viele Stunden Schlaf blieben uns nicht mehr...

29.8. - Der Weg nach Hause
Erst dachten wir schon, wir müssten das Haus verlassen ohne uns von unserem Gastgeber zu verabschieden, aber am Ende war er schneller angezogen und abreisebereit als wir. Sein Mitbewohner schlief noch als wir zusammen das Haus verließen.
Es fühlte sich seltsam an, nach über 5 Wochen wieder so nah an der Heimat zu sein. Es war ein bisschen Wehmut, aber auch Freude und Stolz es geschafft zu haben. Selbst der Rucksack fühlte sich etwas leichter an.
Miron fuhr mit uns zum Busbahnhof, und wir versprachen, uns gegenseitig zu besuchen, und uns beim nächsten Mal Wrocław richtig anzusehen. Dann verabschiedeten wir uns eilig, weil Mirons Bus in Kürze abfuhr. Wir hatten noch etwas mehr Zeit. Unser Bus war wieder einer jener kostenlosen Shuttle-Busse; dieser fuhr jede Stunde zum Auchan-Einkaufszentrum. Wir hatte nicht mal mehr genug Geld für einen Kaffee, aber jede Menge Zeit, was mich auf die Idee brachte, Geld zu suchen. Der Busbahnhof war groß genug um erfolgversprechend zu sein, überall gab es Imbiss-Stände und Automaten, an denen gern mal Geld verloren ging. Nach 20 Minuten hatte ich eine ganze Hand voller Münzen, die aber kaum einen Cent wert waren, und ein undefinierbares Kupferhütchen. So fuhren wir ab und erreichten ein Stück später das Einkaufszentrum.
In der Ortsdatenbank stand geschrieben, dass wir die Ausfahrt entlang laufen sollten, bis wir an eine Tankstelle kamen. Entweder hatten sie das Industriegebiet völlig umgebaut, oder die Beschreibung war Pi mal Daumen aus einer Landkarte gelesen worden, jedenfalls fanden wir nur eine ungünstige Stelle nach der anderen, und dann begann es zu regnen. Wir packten unsere Regenkleidung aus, die wir schon länger nicht gebracht hatten, und zogen Tüten-Ponchos über unsere Rucksäcke. Es war pures Glück, dass nach nicht mal einer halben Stunde ein Deutscher anhielt, der Probleme hatte, seine Landkarte zu lesen: Er lud uns als Navigationshilfe ein. Noch viel mehr Glück hatten wir, dass er nach Baden-Württemberg unterwegs war und genau durchs Vogtland fuhr.
Er erzählte, dass er auf Ahnenforschung in Polen unterwegs gewesen war, wie er sich einen Übersetzer an einer Schule gesucht und mit auf seine Reise durch Polen genommen hatte. In welchen Archiven und Kirchenbüchern er versucht hatte fündig zu werden, und wie er am Ende aufgeben musste. Aber auch keine Spur ist eine Spur, sagte er.
Mit Hilfe meines Navigationssystems fanden wir den Weg aus der Stadt hinaus, nachdem wir schon vollkommen vom Weg abgekommen waren, und eh wir uns versahen, waren wir schon über die Grenze gelangt und legten eine Rast ein. Er gab uns von seinem Proviant ab und ließ sich erzählen, wo wir uns die letzten Wochen in der Weltgeschichte herumgetrieben hatten.
Das nächste Mal hielten wir an einer Tankstelle bei Unterheinsdorf, etwa 4 Kilometer von Reichenbach entfernt. Von hieraus hätte Matthias fast laufen können - wir hatten schon längere Strecken zu Fuß zurück gelegt. Doch er nahm den Shuttlebus zur Landesgartenschau, wo er seine Eltern traf, während ich mich in die andere Richtung an den Straßenrand stellte und den Daumen raushielt. Ich wollte direkt zu meinen Eltern fahren, also weiter ins tiefste - das heißt höchste - Vogtland hinein. Hier sind die Straßen noch schmal und kurvig, der Wald dicht und grün und trotzt schon seit Jahrzehnten dem Waldsterben. Hier, wo das Moosmännchen wohnt und armen Leuten das Reisig in Gold verwandelt, und mein Nachbar - eine Koryphäe auf dem Gebiet der Moosmannforschung - darüber schreibt; hier, wo man im Restaurant Schwamme statt Pilze auf den Teller bekommt und die Farbe Grün als einzig wahre Farbe für Klöße gilt, das ist meine Heimat.
Ein Ehepaar las mich an nach wenigen Minuten auf; sie konnten mir zwar nur knapp bis zur nächsten Stadt mitnehmen, aber das reichte schon um auf den richtigen Weg zu kommen. Dort angekommen, nahm mich im fliegenden Wechsel ein Sozialarbeiter mit, der mich aber auch nur knapp 20 Kilometer weiter bringen konnte. Aber in der kurzen Zeit erfuhr ich alles über ihn, gab ihm ein paar gute Ratschläge mit auf den Weg und dann stand ich schon wieder mit dem Daumen in der Luft am Straßenrand. Der Verkehr war merklich dünner geworden und ich musste mich auf ein das Podest eines Baustellen-Verkehrsschilds stellen um überhaupt an dieser Straße gesehen zu werden. Ich gebe zu, es war eine ungünstige Stelle zum Trampen, aber ich hatte einfach keine Lust mehr, auch nur einen Meter weiter zu laufen. Der Rucksack lag neben mir im Gras, die Sonne schien, die Insekten summten - hier ließ es sich eigentlich aushalten. So lehnte ich entspannt an dem Verkehrsschild und nickte den wenigen vorbeifahrenden Autos schläfrig zu, als meine letzte Mitfahrgelegenheit für diesen Tag anhielt. Es war ein Automechaniker, der sein eigenes Auto als Übungsstück zu betrachten schien - den heraushängenden Kabeln nach zu urteilen. Er brachte mich weiter als er eigentlich wollte, direkt vor die Haustür und ich wurde mit offenen Armen zu Hause empfangen

Ende der ersten Etappe

Auf der Nord-Route waren wir fast 5 Wochen unterwegs, haben wir 4500 Kilometer in unzähligen Autos, zwei Fähren und zwei Bussen zurückgelegt, 14 Städte besucht, und in ein paar Tagen geht es schon weiter in den Süden.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen